Nachstehend meine Notizen zur Fachtagung "Web 2.0 in der Schule", die heute in Arth-Goldau an der PHZ Schwyz stattfindet. Ich werde an der Fachtagung am Nachmittag zusammen mit Prof. Andrea Christen den Input "Mit einem ePortfolio-Blog auf Lernreise: Über den Einsatz von ePortfolios an der Pädagogischen Hochschule Rorschach" geben:

Mit einem ePortfolio-Blog auf Lernreise –
über den Einsatz von ePortfolios an der Pädagogischen Hochschule Rorschach.

Bisher vom Web 2.0-Boom ausgenommen waren ePortfolios - eine Art elektronischer Sammelmappen, mit deren Hilfe sich Lernprozesse steuern, gestalten und bewerten lassen. Zunehmend werden ePortfolios auch an deutschsprachigen (Hoch)Schulen als eine zukunftsträchtige Lernmethode propagiert, bei der ausgewählte eigene Lernerfahrungen gesammelt, reflektiert und multimedial präsentiert werden können.
An der Pädagogischen Hochschule Rorschach (PHR) führen Studierende im ersten Studienjahr ein ePortfolio, in dem sie Aspekte des eigenen Lernens und Lehrens im Halbtagespraktikum und im Modul „Berufs- und Studienkompetenzen“ in einem ePortfolio-Blog dokumentieren. Das Projekt wird durch die Forschungsabteilung begleitet und liefert erste wertvolle Erkenntnisse, wie ePortfolios in der Lehrerbildung und allenfalls in den Schulen erfolgreich eingeführt werden können.

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Dominik Petko (PHZ Schwyz)
"Web 2.0 in der Schule" - Einführung in das Tagungsprogramm

Tagcloud web 2.0
Das TIME Magazin hat 2006 YOU als das Wort des Jahres gekührt; passend zu Web 2.0 / Social Software.

 

Beat Döbeli Honegger (FH Nordwestschweiz, PH Solothurn)
Wiki und die starken Potenziale (Auditorium)

Wiki hat sich in den letzten Jahren als Insidertipp für den Einsatz von ICT in der Schule herumgesprochen. Doch angesichts der raschen technischen Entwicklung stellt sich die Frage, wie lange es denn Wiki noch geben wird. Darum soll neben praktischen Beispielen des Wikieinsatzes in Schweizer Schulen der Blick über den Tellerrand von Wiki gewagt werden: Welche Potenziale von ICT in der Schule lassen sich anhand von Wiki exemplarisch aufzeigen?

Beat liefert eine hervorragende, ansprechende, humoristische Einleitung, indem er eine Geschichte von zwei Insel "Computistan" und "Paedagogien", welche sich im Zeitalter von Web 2.0 befinden, erzählt. Als Illustration verwendet er tolle Bilder aus einem Computerspiel aus der PlayStation3.
Anschliessend entwickelt er die Potentiale von Wikis: Wikis sind eigentlich virtuelle Wandtafeln. Wichtig sind die Ideen dahinter, nicht das Werkzeug (vgl. Buch von Don Tapscot: Wikinomics). Anschliessend zeigt Beat mehrer Anwendungsbeispiele von seinen beiden Wiki-Servern.

 

Jean-Luc Barras (SFIB, Bern)
Eine Schulbibliothek, in der jeder Ressourcen einstellen, lesen, gestalten und für den Unterricht verwenden kann.

Technologie bietet heute Möglichkeiten des direkten und in den meisten Fällen mühelosen Zugriffs auf eine fast unendliche Vielzahl von Informationen, Unterlagen und Ressourcen zur Unterstützung von Bildungsprojekten (elektronische Lehr- und Lernressourcen, oder eLLR). Allerdings sind derartige Informationen kurzlebig und breit gestreut. Im  Zusammenhang mit der langfristigen Archivierung des digitalen Erbes harren einige Probleme der Lösung. Zahlreiche wertvolle Ressourcen stehen bereits nicht mehr zur Verfügung. Viele individuelle Beiträge sind verloren gegangen, da sie in einer Umgebung publiziert wurden, die Veralterungsprozessen unterworfen ist. Für elektronische Lehr- und Lernressourcen soll via Bildungsserver ein Mehrwert geschaffen werden durch eine qualifizierte Erschliessung in Form intelligenter, personalisierter und auf die Lehrpläne abgestimmter Such- und Zugangsmöglichkeiten. Vorschläge im Rahmen der Strategie der Schweizerischen Koordinationskonferenz ICT und Bildung und des Schweizerischen Bildungsservers educa.ch werden vorgestellt und diskutiert.

Die SFIB plant für alle möglichen Elektronische Lehr- und Lernressourcen (ELLR) ein dezentrales Repository aufzubauen, indem auf bestehende Ressourcen referenziert wird; Metadaten sind erforderlich. Zudem sollen die ELL-Ressourcen mit den kantonalen Lehrplänen verknüpft werden. Die Schulbibliothek, in der jeder Ressourcen einstellen, lesen, gestalten und für den Unterricht verwenden kann, richtet sich nicht primär an die ICT-Spezialisten/ICT-Pioniere, sondern an die breite Masse von Lehrpersonen. Das Projekt zählt auf die Mitarbeit von zahlreichen Akteureren. Ab Mitte April 07 soll von der Schulbibliothek eine Demoplattform via Educanet und im Herbst 07 erste Ergebnisse sichbar sein.

 

Taiga Brahm (SCIL, Universität St. Gallen)
Einsatzszenarien für Wikis an Berufsschulen
Aufgrund der dualen Berufsausbildung ist eine Kooperation zwischen verschiedenen Lernorten häufig sinnvoll. Hierfür eignen sich Ansätze des Online-Lernens und insbesondere auch der Einsatz von Wikis. In diesem Workshop werden die technischen Grundlagen von Wikis kurz erörtert, um darauf aufbauend didaktisch wünschenswerte Einsatzszenarien zu diskutieren. Dabei wird sowohl die Perspektive der Lernenden, als auch die der Lehrenden eingenommen. Denkbare Szenarien sind zum Beispiel der Austausch von Lernmaterialien, das gemeinsame Erstellen von Projekt- oder Gruppenarbeiten, die Nutzung als Brainstorming- oder Wissensmanagement-Tool und vieles mehr. Gerne können Sie auch eigene Einsatzbeispiele zur Diskussion beisteuern.

Einrichten eines Wikis mit Wikispaces. Weitere Infos im SCIL-Workshop Heft.

 

Peter Baumgartner (Donau Universität Krems)
Social Software - Zur veränderten Rolle von 'Content' beim Lernen mit dem Internet (Auditorium)

Mit dem Schlagwort „Web 2.0“ und „Social Software“ wird eine grundlegend veränderte Nutzung des Internets charakterisiert. Im Vordergrund soll nicht mehr bloß die Übermittlung von Informationen stehen, sondern ein kooperativer Austausch von Wissen und die gemeinsame Erzeugung von Inhalten. Weblogs, Wikis, ePortfolios etc. stehen als prominente Beispiele für diese neue Generation von Webtechnologien. Die Hoffnung ist, dass mit entsprechender Technologieunterstützung das bisher vorherrschende Modell des bloßen Wissenstransfers mit neuen didaktischen Settings ergänzt werden kann. Wird der Lernprozess als eine aktive Erarbeitung von persönlichen Erkenntnissen gesehen, dann ändert sich damit automatisch auch die bisherige Rolle von Content. „User generated content“ heißt das neue Schlagwort: Es geht nicht mehr nur darum in die Entwicklung und Produktion von Inhaltsmaterialien vor dem Lernprozess zu investieren, sondern der Lernprozess selbst wird zur Produktionsstätte Content. Im Referat werden die Konsequenzen einer solchen Sichtweise für die Gestaltung von e-Learning Arrangements diskutiert.

Peter Baumgartner verknüpft in seinem Referat Social Software und Freie Bildungsressourcen (open content). Insgesamt ist seinem Referat nur schwer zu folgen, weil er einerseits schlechte Folien (Inhalt zu überladen) einsetzt und andererseits immer wieder zwischen mehreren Ebenen hin und her switscht; roter Faden fehlt!
Auch teile ich nicht alle Aussagen von Baumgartner. Schade, dass er wohl über Content, Social Software etc. spricht, aber hier nicht den didaktischen Mehrwert für die Bildung konkretisiert. Viele seiner Überlegungen ist m.E. reines Definitionsgeplänkel. Er bleibt zu sehr an der Oberfläche:"Wir könnten, wir sollten, etc.":

Content is King? Context is King! Content ist just another part of the learning environment (Peter Baumgartner). Für Baumgartner ist Content nicht gleich Inhalt.
Open Educational Ressources (OER) = frei zugängliche Lernressourcen. Content versus OER. Ökologie der freien Bildungsressourcen: 1. Allgmeines Prinzip: Nicht Geld, sondern Austausch zum gegenseitigen Vorteil (win-win-Situation). 2. Aufbau einer neuen Kultur des Lernens (eg. Metadaten).
Web 1.0: Hyperlinks "verknüpfen" Webseiten und sind Verweise auf Inhalte.
Web 2.0: Social Software ""verknüpft" Personen mit gleichen Interessen und stellt Kontakte zu Gleichgesinnten dar.
Wissen und Können: Wissen: knowing how, knowing that, knowing where // Können: to be able to (Kompetenzen, Fertigkeiten, Skills); knowing where = hier kommt nach Baumgartners Meinung Social Software zur Anwendung
Informal Learning: "Wir lernen nur rund 20% beim formellen, institutionalisertem Lernen fürs Leben; geben hierfür aber rund 80% unserer Bildungsressourcen aus (Problematik der instutionellen Weiterbildung).
Social Software: Web 2.0-Tools werden erst durch den Einsatz/Einbindung zu Social Software. Nämlich dann, wenn primär ein offener Austausch mit Gleichgesinnten stattfinden kann.
Institution & informelles Lernen: 1. Soziale Software als Thema (wenn Themenbezug gegeben). 2. Nutzung sozialer Software in Seminarien (als Methode bzw. Problembezug -> Scafolding. 3. Integration in Studiengänge (z.B. ePortfolios). 4. Soziale Software als institutionelle Infrastruktur.
Einige Schlussfolgerungen: 1. Lernen ist überwiegend ein sozialer Prozess. 2. Lernen benötigt aktive Teilnahme (Verantwortung). 3. Produktion von speziellen E-Learning Content ist nicht mehr so wichtig. 4. Inhalte können (auch) in kooperativen Lernsituationen erzeugt werden. 5. Wir müssen neben dem Inhalt auch die Kommunikationsstrukturen gestalten (und lehren).

Gabi Reinmann (Universität Augsburg) Lehrerbildung und Web 2.0 (Auditorium)
Der Vortrag konzentriert sich auf die Fortbildung von Lehrer/innen in der Praxis und möchte dabei den Ansatz des persönlichen Wissensmanagements in den Vordergrund der Überlegungen zu „Lehrerbildung und Web 2.0“ stellen. Klassische E-Learning-Kurse machen Lehrer/innen in der Fortbildung ein Angebot, aus dem sich Lehrende im besten Fall Methoden „abholen“, um diese dann im Lehr-Lernalltag in ihren Klassen einzusetzen. Mit dem Ansatz des persönlichen Wissensmanagements beginnt der Lernprozess beim Lehrenden selbst: Er/Sie beleuchtet und optimiert zunächst den eigenen Umgang mit Wissen und kreiert sich eine persönliche Lernumgebung, aus der heraus sich ein andere Form der Nutzung von Methoden für den Unterricht ergeben sollte. Dieser Perspektivenwechsel lässt sich heute mit Web 2.0-Technologien einfacher umsetzen als früher, ist aber von grundsätzlicher Natur und letztlich auch technologieunabhängig.

Frau Reinmann geht in Ihrem Referat zuerst auf das Blog Lehrerzimmer. Herr Rau kommentiert. Ein Lehrerblog ein. Herr Rau berichtet in seinem Blog regelmässig über den eigenen Unterricht, stellt seine Unterrichtskonzepte zur Verfügung, berichtet dikret von seinen Diskussionen aus dem Lehrerzimmer und geht in den aktiven Diskurs mit anderen Lehrpersonen und SchülerInnen.
Persönliches Wissensmanagement: Öffentlich zugängliches Wissen, Personales Wissen anderer; Materiale Wissensumwelt, Soziale Wissensumwelt