Einbezug von ICT-Instrumenten ins Selbststudium
Das (begleitete) Selbststudium wird künftig auch an den Pädagogischen Hochschulen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Daher habe ich in meinem Blog eine neue Kategorie "Selbststudium" eröffnet und gleich zwei neue Bücher besorgt, die sich mit dem Selbststudium beschäftigen:

ICT-Instrumente (Tools) erlauben das Lernen unabhängig von den vor Ort stattfindenden Lehrveranstaltungen zu realisieren. Weil die zeitliche und örtliche Unabhängigkeit des Lernens auch ein wesentliches Merkmal des begleiteten Selbststudium ist, kommt dem Einsatz von ICT-Tools ein besonderes Gewicht zu.
Nachstehende Zusammenstellung stammt aus Norbert Landwehr / Elisabeth Müller (2006): Begleitetes Selbststudium, S.86-96:
Nutzen, den die ICT-Instrumente für Lehre und Selbststudium erbringen
- Organisation und Distribution von Informationen (Lernplattformen)
- Technisch-interaktive Steuerung von Lernprozessen (Lernprogramme, Tests, Simulationen, Fallstudien, Planspiele)
- Kooperative Interaktion unter Lernenden sowie zwischen Dozierenden und Lernenden (Kollaboration)
(synchrone Werkzeuge: Chat, Internettelefonie, Videoconferencing)
(asynchrone Werkzeuge: E-Mails, Diskussionsforen, Wikis und Blogs)
Spezielle Instrumente und ihre Anwendung
In den letzten Jahren überschätzte man in der ersten Euphorie bei vielen multimedialen Instrumenten den Nutzen.
- Virtuelle Plattformen (inkl. Trackingspuren)
- Content-Management-Systeme (Wikis, Blogs)
- Lernprogramme (lohnt sich nur, wenn für ein grosses Publikum eingesetzt werden kann)
Was bringen ICT-Instrumente im Selbststudium?
- Unterstützung des Lehr-Lern-Prozesses
- Unterstützung der Interaktion in Gruppen
- Unterstützung im Projektmanagement
- Unterstützung der Lernprozessbegleitung
Stolpersteine bei der praktischen Umsetzung
- Fehlende Zeit und Bereitschaft bei den Dozierenden und Studierenden für die Entwicklung von Routinen
- Mängel der Software
- Zu wenig bedarfsgerechte Einführung der Studierenden
- Unverhältnismässiger Entwicklungszeitaufwand für die Dozierenden
- Hoher Anspruch an die schriftliche Sprachkompetenz
- Ungenügend didaktische Planung führt zu falschen Ansprüchen an die Lernbegleitung (Aufwand wird häufig unterschätzt)
- Anspruch an die permanente Verfügbarkeit der Dozierenden
- Der ICT-Einsatz innerhalb eines Moduls wird den didaktischen Ansprüchen nicht gerecht
- Der ICT-Einsatz in einem Studiengang überfordert die Studierenden durch die Menge an unkoordinierten Einzelaktivitäten
Lösungsansätze bei der praktischen Umsetzung
- Langfristige Einführungsstrategie
- Sorgfälltige Einführung der Studierenden in die Benutzung der ICT-Tools
- Koordination des ICT-Einsatzes innerhalb des Studienganges
- Didaktische Reflexion der ICT-Anwendungen
- Funktionsfähiger technischer Support
- Vorbereitung der Dozierenden auf das veränderte Aufgabenfeld
- Notebookobligatorium als Massnahme zu ICT-Etablierung in der Ausbildung




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