13. Januar 2010
Auf der Startseite von Twitter steht der Slogan "Share and discover what’s happening right now, anywhere in the world" und sobald ich mich angemeldet habe, werde ich als Twitterer aufgefordert "Whats happening? bzw. in Deutsch "Was gibts Neues?" in das Textfeld mit 140 Zeichen einzugeben.
Twitter eignet sich einerseits für
Statusmeldungen (What are you doing?) wie beispielsweise
Ich lese gerade meine E-Mails und höre dazu Musik. Obwohl solche Statusmeldungen oftmals banal und unspektakulär wirken, können diese unter Freunden und Kolleginnen zu einer leichtgewichtigen, aber bedeutungsvollen Verbindung führen, die gelegentlich als "Ambient Awareness" (Umgebungsbewusstsein) und "Ambient Intimacy" (Umgebungsvertrautheit) bezeichnet wird. Twitter eignet sich aber auch um
Nachrichten und Kommentare weiterzugeben,
aktuelle Meldungen und gemeinsame Erfahrungen auszutauschen oder um
fremde Gedanken zu lesen und
Gespräche zu führen. Siehe auch
14 Cool Things People Do On Twitter.
Twitter im Bildungsbereich
Während im Bildungsbereich beispielsweise
Twitter auf innovativen Konferenzen - meine ersten Tweets an einer Tagung habe ich 2007 auf der Microlearning Konferenz in Innsbruck versandt - eingesetzt oder vereinzelt
in Seminarien zum Austausch beispielsweise über eine Lektüre verwendet wird, setzen wir im Rahmen des
Zertifikatslehrgangs (CAS) Medienpädagogik Twitter als zusätzlichen Kanal während einem medienpädagogischen Talk ein. Das Besondere an dieser Talkreihe im
Kornhausbräu Rorschach ist die Möglichkeit, sich mittels Twitter in die Diskussion einzumischen, wobei die Kommentare und Fragen der twitternden Zuhörenden und nicht anwesenden Twitterer auf einer Twitterwall (#mediengetwitter) öffentlich sichtbar gemacht wurden, als eine Art Sofort-Feedback. Somit entstand ein mehrschichtiger medienpädagogischer Dialog, ein sogenanntes
«Mediengetwitter».
Erste Erfahrungen mit Twitter
Inzwischen liegen zwei medienpädagogische Talks, sogenannte
«Mediengetwitter» hinter uns. Das 3. und voraussichtlich letzte «Mediengetwitter» findet am
22. Januar 2010 ab 16 Uhr im Kornhausbräu Rorschach mit Talkgast Stefan M. Seydel (((rebell.tv))) - dem "Mann mit den orangen Hosen" - statt. Twitter sind herzlich willkommen sich am Talk zu beteiligen!
Am
«Mediengetwitter» haben wir bislang die nachstehenden Erfahrungen gemacht:
- Twitter ist nicht immer zuverlässig (nicht immer Echtzeit)!
- Die Teilnehmende des CAS Medienpädagogik sind in der Lage nach eine kurzen Einführung und Übungsphase Twitter zu nutzen!
- Tweets von vereinzelten Twitterer kamen nicht an (falsche Zeitzone in der Einstellung)!
- Die Internetleitung (4MB) vor Ort im Kornhausbräu ist eher knapp! (kein Live-Streaming der Diskussion möglich)
- Twitter am Talk führt zu Multitasking (alle Beteiligten sind stark gefordert)!
- Eine Rollenteilung (zwei Moderatoren, Prozessbeachterin, Hüterin der Tweets (Fragen und Kommentare), Twitter als Live-Berichterstatter, ein Techniker, Twitterer als Zuhörer, nichttwitternde Zuhörer) ist zwingend notwendig!
- Tweets erscheinen auf der Twitterwall und im Twitterwidget mit einer (zu) grossen Zeitverzögerung!
- Es entstehen dadurch zwei zeitlich verschobene Diskussionen (real und virtuell)!
- Fragen und Kommentare der Twitterer passen wegen der Zeitverzögerung oftmals nicht mehr zum Live-Talk!
- Twitterer von extern müssen durch Live-Berichterstattung via Twitter mit Informationen zum Talk versorgt werden, damit sie dem Talk folgen können!
- Das medienpädagogische Experiment "Mediengetwitter" macht trotzdem allen Beteiligten und besonders mir :-) grossen Spass!