Manfred Spitzers Referat "Vorsicht Bildschirm!" stimmt mich nachdenklich!

Bereits vor gut einem Jahr habe ich frustriert mit dem Lesen des Buchs "Vorsicht Bildschirm. Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft" aufgehört, welches der Neurowissenschaftler Manfred Spitzer verfasste. Bereits damals hat mich gestört, dass der Wissenschaftler Spitzer bewusst oder unbewusst immer wieder Korrelation mit Kausalität in seinen sogenannten Beweisen verwechselte. Hinzu kommt, dass sich seine Beweisführung lediglich auf einige wenige ausgesuchte Quellen bezieht.

Nachdem einige meiner ArbeitskollegInnen im November einen Vortrag von Manfred Spitzer besucht hatten und von seinen Fähigkeiten als Redner schwärmten, habe ich mir übers Wochenende auf DVD Manfred Spitzers Referat "Vorsicht Bildschirm. Der Einfluss von Bildschirm-Medien auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Ein Vortrag vom März 2006" angeschaut:

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Schweizer Kinderärzte warnen vor Fernsehen

Die NZZ am Sonntag titelte wieder einmal reisserisch.

Macht Fernsehen dick, dumm oder asozial? Während die Experten noch streiten, ist es für die Gesellschaft der Schweizer Kinderärzte keine Frage mehr. Über sieben Stunden TV-Konsum pro Woche schade der körperlichen und psychologischen Entwicklung von Jugendlichen, warnen sie in der neuen Auflage ihres quasioffiziellen Schweizerischen Gesundheitshefts.


Grundsätzlich finde ich die Warnung, 7 Stunden Fernsehen pro Woche sind genug, durchaus sinnvoll! Jedoch stört mich die undifferenzierte Panikmache, mehr schade der körperlichen und psychologischen Entwicklung; ohne dass die Kinderärzte einen wissenschaftlichen Befund hierzu liefern können. Sinnvoller wäre m.E. eine Aussage wie: "Für eine gesunde und natürliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen empfehlen wir einen maximalen Bildschirm-Konsum von ca. 1 Stunde täglich bzw. 7 Sunden pro Woche!" Natürlich müsste bei einer solchen Empfehlung auch die jeweilige Situation und das Alter der Kinder und Jugendlichen in Betracht gezogen werden. Mittlerweile konsumieren Kinder und Jugendliche eine Vielzahl von Bildschirm-Medien (Computer, Handy, Fernseher, Playstation bzw. Gameboy); daher scheint mir eine Empfehlung zu einem massvollen Bildschirm-Konsum hilfreicher zu sein. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Jugendliche inzwischen weit länger andere Bildschirmmedien konsumieren als das Fernsehen.

Bis zum dritten Lebensjahr sollen Kinder überhaupt nie fernsehen, unterstreicht die Genfer Kinderärztin Nicole Pellaud, die zusammen mit zwei Deutschschweizer Berufskollegen für die Redaktion des Hefts besorgt war.

Eine solche Aussage ist sicherlich nachvollziehbar, nur zielt sie leider an der Realität vorbei! Vermutlich wird es bei vielen Familien abends so zu und her gehen, wie bei uns Zuhause: Spätestens dann, wenn auf dem Kinderkanal (KIKA) um 18:40 die Sendung "Beutolomäus kommt zum Weihnachtsmann" läuft, lässt sich auch unser Jüngster (2.5 Jahre alt) nicht mehr vom Fernseher fernhalten. Natürlich gäbe es Alternativen: Entweder ein Fernseh-Verbot für alle Kinder aussprechen oder das Geschrei des Jüngsten ertragen, weil er als Einziger das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht hat und deshalb auch nicht Fernsehen darf. Auch hier scheint es mir sinnvoller, die Eltern von Kleinkindern auf einem massvollen Fernsehkonsum hinzuweisen, anstatt ein generelles Verbot auszusprechen. Sinnvoll und massvoll scheint mir für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, ein Fernsehkonsum von täglich ca. 30 Minuten zu sein. Bei uns Zuhause wird der Fernseher von den Kindern frühestens um 18:15 für die Sendung "Simsala Grimm" in Betrieb gesetzt, anschliessend folgt die oben erwähnte Sendung "Beutolomäus kommt zum Weihnachtsmann" und machmal - oh Schreck - kommt es sogar vor, dass die Kinder noch bis 19:00 "Unsere Sandmännchen" gucken. Bislang konnte ich allerdings bei unseren vier Kindern (8 Jahre, 6 Jahre, 4 Jahre und 2.5 Jahre) noch keine körperlichen und psychologischen Schäden als Folge von übermässigem Fernsehkonsums feststellen. Beim Jüngsten ist sogar so, dass er von alleine das Fernsehzimmer verlässt, wenn die Grossen mal zeitlich länger gucken. Erfreulicherweise wissen auch die Grossen, wann genug ferngeguckt ist und schalten geflissentlich den Fernseher spätestens um 19:00 selbständig aus.

Entzug der Wahlfähigkeit, wenn Kinderpornographie konsumiert wird

Ein dunkles Kapitel, aber eine absolute Notwendigkeit zum Schutze unserer Kinder!

Wer als Lehrer aus einer persönlichen Interessenlage heraus über mehrere Jahre kinderpornographisches Film- und Bildmaterial konsumiert bzw. besitzt, handelt in schwerer Weise gegen seine Vorbildfunktion als Pädagoge und gegen seine Berufung, die Schülerinnen und Schüler als Persönlichkeiten zu achten. Der Bezug von Kinderpornografie insbesondere gegen Bezahlung wiegt schwer, da dadurch dem Missbrauch von Kindern Vorschub geleistet wird. Es ist gerechtfertigt, gegenüber dieser diesbezüglich fehlbaren Lehrkraft die Wahlfähigkeit durch Vermerk im Lehrdiplom auszuschliessen (Erziehungsrat, 16. Februar 2005; vgl. GVP 2005 Nr. 92).

Quelle: Schulblatt des Kantons St. Gallen Nr. 9/2006

Frühere Beiträge zu diesem Thema:
- Impulsvortrag "Sicherheit im Internet"
- Gegen Pädophile im Internet

Stardoll.com - Social Commerce

Stardoll.com ist eine Online-Community für Mädchen zwischen 9 und 15 Jahren. Auf Stardoll können Nutzerinnen - nach dem Modell der Barbie-Puppe - Filmstars, Sänger/innen oder Sportstars ein neues Outfit oder ein neues Make up verpassen. Die Online-Community hat ganz ohne Marketing 1,2 Millionen Nutzerinnen angezogen und startet in wenigen Wochen in Deutschland.

Stardoll.com

Nein, wir haben Stardoll.com (noch) nicht für unsere beiden Töchter Milena (7 Jahre) und Livia (6 Jahre) abonniert; obwohl sie sicherlich Freude daran hätten! "Weil auch Mädchen ihr Social Network brauchen" - anstelle einem virtuellen Social Network haben wir unseren vier Kindern diese Woche zwei Meerschweinchen und zwei Kätzchen geschenkt. Auf dem Blog Mein Meerschweinchen und dem Blog Mein Kätzchen sind erste Fotos zu sehen; aufgenommen von den Kindern mit dem Handy vom Papa. Auch so kann die Medienkompetenz frühzeitig bei Kindern gefördert werden ;-)

BabyFirstTV - der Babysitter der Zukunft?!

Im Mai 2006 ging in den USA der Sender BabyFirstTV an den Start. Er ist für 9,99 Dollar im Monat zunächst über Satellit, später auch über Kabel zu empfangen. Das 24-stündige werbefreie Programm richtet sich an Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren und an deren Eltern.

BabyFirstTV


Nein, wir haben BabyFirstTV nicht für unsere vier Kinder abonniert; obwohl der Jüngste erst 2.5 Jahre alt ist :-) Das Beispiel dokumentiert jedoch einige grundlegende Veränderungen der Medienlandschaft und des Medienverhaltens!

WBT: Wenn das Surfen im Netz zur Sucht wird

Natürlich ist die Thematik "Internet-Sucht" wichtig und Aufklärung über dieses Schatten-Phänomen der Mediennutzung in der Öffentlichkeit und Schule auch notwendig. Dennoch fällt mir auf, dass in letzter Zeit vorwiegend die Schatten-Seiten der Mediennutzung Beachtung finden; obwohl wir doch besonders in der Schule noch viel mehr Good-Practice-Beispiele und dgl. notwendig hätten!

Die Forderung von Psychologe Eidenbenz nach erhöhter Medienkompetenz in der Schule kann ich natürlich nur unterstützen! Im Fokus und Ausgangspunkt der Beschäftigung mit Medienkompetenz sollte m.E. jedoch nicht das Negative - Internetsucht und Computerkriminalität - stehen. Primär sollten zuerst die Sonnen-Seiten der Mediennutzung bzw. hier der Internetnutzung vermittelt werden; ohne natürlich dabei die möglichen Gefahren zu vernachlässigen. Daher zweifle ich etwas am Nutzen solcher WBTs für den schulischen Einsatz!

Schliesslich handelt es sich bei der Fähigkeit zur interaktiven Nutzung von Wissen und Informationen um eine Schlüsselkompetenz, welche für ein erfolgreiches Leben und eine gut funktionierende Gesellschaft künftiger Generationen zwingend notwendig sein wird.

Chatten, Herunterladen, Stöbern durch Newsgroups: Schätzungsweise 50'000 Menschen in der Schweiz sind süchtige Surfer. Gefährdet sind vor allem Jugendliche. Onlinesucht äussert sich, wie andere Süchte auch, in einem zunehmenden Kontroll- und Realitätsverlust. Als erster Kanton hat Zürich eine Aufklärungskampagne lanciert.
Gefordert ist auch die Schule. Weil heute die jungen Menschen mit dem Computer und dem Internet aufwachsen, fordert der Psychologe Eidenbenz gerade bei ihnen eine erhöhte Medienkompetenz.
«In der Schule sollte der Umgang mit Information ein zusätzliches Gewicht erhalten.» Die Jugendlichen müssten lernen, innert nützlicher Frist zu nützlichen Informationen zu kommen, ohne im Netz hängen zu bleiben.
«Das sind pädagogische Fragen, die neben der reinen Anwendung des Computers vermehrt Einzug halten sollten», sagt Eidenbenz.

http://www.swissinfo.org/ger/swissinfo.html?siteSect=105&sid=6948019

Impulsvortrag "Sicherheit im Internet"

Die Kantonspolizei St. Gallen, Sicherheitsberatung, führt derzeit in zahlreichen Gemeinden im Kanton den Impulsvortrag "Sicherheit im Internet" durch. Dabei sollen die Besucher/innen primär auf das Thema sensibilisiert werden. Ich habe die Veranstaltung in Goldach besucht. Nachstehend einige Notizen, welche ich mir während dem Vortrag auf dem Handy gemacht habe:

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Das ist doch wirklich hirnrissig!

Immer wieder lese ich sehr gerne die Kolumne von Frau Prof. Dr. Andrea Back im monatlichen Newsletter E-Learning des Learningcenter der UNISG. Die nachstehende Kolumne erinnert mich sehr stark an Diskussionen, die ich dieses Semester mit meinen Studierenden geführt habe. Manfred Spitzer hat halt doch so seine Spuren hinterlassen; nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil es doch viel einfacher ist, so "einfach" zu argumentieren; das ist doch wirklich hirnrissig!

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Weltkarte der Internetverbrechen

In welchem Land sitzen die meisten betrügerischen Websites? Wo werden Seiten mit Schadprogrammen gehostet? Diese Fragen beantwortet ein neuer Online-Dienst des Sicherheitsunternehmens Websense.
Die Firma Websense bietet einen neuen Service namens «Global Phishing and Crimeware Threat Map» an. Es handelt sich um eine interaktive Karte, die den Standort von Phishing- und Crimeware-Seiten anzeigt. Phishing ist eine Form des Trickbetruges im Internet: Gauner versuchen dabei, Anwender mittels E-Mails auf gefälschte Bank- und Shopping-Seiten zu locken. Unter Crimeware versteht Websense Schadprogramme wie Trojaner oder Keylogger (Tastaturspione).

Laut Websense zeigt die Karte, in welchen Ländern sich vermehrt betrügerische Webseiten ausbreiten. So habe man in den letzten Monaten eine starke Zunahme von Phishing- und Crimeware-Sites in Korea und China festgestellt. Spitzenreiter im Bereich kriminelle Internetaktivitäten bleibe die USA.

Gleichzeitig zur «Global Phishing and Crimeware Threat Map» hat Websense ein Weblog (Webtagebuch) gestartet. Es soll als zusätzliche Quelle für Neuigkeiten rund um das Thema Sicherheit dienen. (sz)

Phishing and Crimeware Map
Websense Security Labs Blog

Quelle: PCtipp vom 27.01.2006.

Gegen Pädophile im Internet

Die Kantonspolizei Thurgau und das Amt für Volksschule lancieren eine Präventionskampagne gegen Pädokriminalität im Internet.

Der Thurgau beteiligt sich als erster Kanton an der Umsetzung einer nationalen Kampagne gegen Pädokriminalität im Internet. Um Opfer zu finden, nützen Pädophile insbesondere Internet-Chaträume. Dabei profitieren sie von der Neugier der Jugendlichen auf eine Welt, in der sie sich darstellen können, ohne dabei von den Eltern beaufsichtigt zu werden. Bis Ende des Jahres sollen alle Thurgauer Mittel- und Oberstufenschüler über die Gefahren des Internets aufgeklärt werden. Walter Berger, Chef des Amts für Volksschule, warnt jedoch vor Hysterie. Die Schule vor Ort müsse über die konkrete Umsetzung der Kampagne entscheiden.

Quelle: Ostschweizer Tagblatt vom 24. Januar 2006.

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