educaguide "ICT und Didaktik" ist online

Computer im Unterricht - Didaktik und Methodik

Ich freue mich auf das Studium des neuen Educaguide "ICT und Didaktik"! Etwas seltsam, dass das AutorInnenteam sich ausschliesslich aus Fachpersonen der PHZH und der PHZ zusammensetzt - warum fehlen Beiträge aus anderen Teilen der Schweiz?!

didaktik_educaguides

 

Neue Medien eröffnen für schulischen Unterricht vielfältige Potenziale. Mit Computern und Internet lässt sich aktives und problemlösendes, eigenständiges und kooperatives Lernen fördern. Der educaguide "ICT und Didaktik" bietet eine systematische Hilfestellung für Lehrpersonen und Bildungsverantwortliche, die diese Möglichkeiten verstärkt nutzen wollen.

Quelle: http://didaktik.educaguides.ch/

 Download: Kurzfassung_didaktik_educaguides.pdf

Videoportal für Unterrichtsvideos

Das Videoportal für Unterrichtsvideos enthält derzeit vorwiegend Anschauungsmaterial für den Mathematikunterricht. Lektionen aus dem Fach 'Geschichte und Politik' sowie aus weiteren Fächern und Schulstufen werden ab 2006 dazu kommen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. K. Reusser und Dr. C. Pauli ist am Pädagogischen Institut der Universität Zürich im Rahmen mehrerer Videostudien eine grosse Bibliothek von Unterrichtsvideos entstanden.

Für die Lehrerbildung werden neu gut 50 dieser Unterrichtsvideos, die alltägliche Unterrichtssituationen zeigen, auf einem Online-Videoportal zugänglich gemacht. Ergänzt werden die Videos durch Begleitmaterialien wie Arbeitsblätter und Transkripte.

Da das Lernen mit Unterrichtsvideos der sorgfälltigen Anregung und Begleitung bedarf, dient das Videoportal zusätzlich als Informationsplattform zum Einsatz von Unterrichtsvideos in der Lehre.

Um die Videos auch online kommentieren und diskutieren zu können, ist es möglich, sie in die Lernplattform OLAT einzubinden.

Für mehr Informationen über unser Projekt besuchen Sie das Videoportal ab dem 1. Dezember 2005 auf

www.didac.unizh.ch/videoportal

Quelle: Flyer Eröffnung Videoportal.

Computerliteracy: Eintrittsbedingungen für Studierende

Referat zu ECDL
Dr. K. Lang Geschäftsführer ECDL Switzerland AG

Neue Produkte
- Web-Starter (Homepage-Design, Sicherheit, ...) ab Herbst 2005
- Image-Maker (Bildbearbeitung, Bilder & Web) ab Herbst 2005
- ECDL CAD
- eKids (ECDL für Kinder; siehe ECDL-News)
- ECDL für Behinderte (in Planung)

Pädagogische Relevanz von ECDL
- Vermittlung von Skills ist das Ziel!

ECDL Edu(cation)
- erste Gedanken, noch nicht in Entwicklung
- anscheinend noch ein zu heisses Thema
- wünschenswert wären zumindest auf die Schule zugeschnittene Übungen, Unterlagen
- wir benötigen zudem eTeaching-Kompetenzen

ECDL Österreich-
- Bundesministerium hat verfügt, dass alle Schüler/innen eine Ausbildung via ECDL machen (vgl. BitMedia)

ECDL und educanet
- educanet möchte längerfristig ECDL-Module anbieten

Erfahrungen mit ECDL-Start
- PHZH stellt fest, dass die Studierenden trotz obligatorischem ECDL-Zertifikat oft nicht in der Lage sind, dann für die Schule nützliche Dokumente zu erstellen!
- Transfer vom Anwender-Wissen zu konkreten schulischen Umsetzung mit Übungen und Aufgaben funktioniert nicht automatisch!

Fazit
- ECDL ist für die LehrerInnenbildung derzeit untauglich!

Lernen mit neuen Medien

"Dringend notwendig sind neben technischen Neuerungen daher neue pädagogische und didaktische Konzepte für die Gestaltung multimedialer Lehr-Lernumgebungen, die über einzelne Modeerscheinungen hinaus wirklich Bestand haben. Die Beschaffenheit von Konzepten zur Gestaltung multimedialer Lehr-Lernumgebungen wiederum hängt in hohem Maße davon ab, welche Auffassung vom Lernen und Lehren sich langfristig durchsetzt."

"Die konstruktivistische Lehr-Lernphilosophie, die derzeit mit der üblichen Verspätung in der Bildungspraxis für Aufregung sorgt, hat sich bislang weder theoretisch noch empirisch als praxistaugliche Alternative erwiesen. Vieles spricht heute für eine integrative Lehr-Lernphilosophie, die unter dem Leitkonzept der Problemorientierung traditionelle mit konstruktivistischen Elementen bei der Gestaltung von Lernumgebungen verbindet."

Quelle: Heinz Mandl/Gabi Reinmann-Rothmeier

Didaktische Prinzipien im Unterricht mit digitalen Medien

[Gerd Homberg] Von der Instruktion zur aktiven Wissensaneignung

Didaktische Prinzipien
Unter didaktischen Prinzipien werden Grundsätze mit normativem Charakter verstanden, die zur Planung und Durchführung von Unterricht herangezogen werden und damit die Stoffauswahl und die Unterrichtsmethode begründen.


Lernen als ein eigenaktiver und konstruktiver Prozess
Als normatives Kriterium fast aller aktueller didaktischer Prinzipien fungiert die Betonung konstruktiver und eigenaktiver Aspekte der Wissensaneignung. In der Vergangenheit ist man von einem weitgehend problemlosen Wissenstransfer vom Lehrenden zum Lernenden ausgegangen. Instruktionalismus und Kognitivismus steuerten als Paradigmen die Auswahl der Lerninhalte und die Lehrmethode. Einige didaktische Prinzipien, die diese Paradigmen unterstützen, lauten:
- "Vom Leichten zum Schweren (Comenius),
- "Vom Allgemeinen zum Speziellen" (oder auch "deduktiv vs. induktiv")
- "Kontrastierendes Lernen"
- "Exemplarisches Lernen" (Wagenschein, Klafki).
Heute ist man sich einig, Lernen als einen eigenaktiven und konstruktiven Prozess zu beschreiben. Ergebnisse der Neuropsychologie und -biologie haben belegen können, dass beim Lernen individuelle Netzwerke entstehen. Der Aufbau und die Netzdichte sind durch Unterricht entscheidend zu beeinflussen. Schulischer Unterricht muss deshalb diese Konstruktionsprozesse beim Wissenserwerb berücksichtigen und aktiv unterstützen.
Die oben genannten traditionellen Paradigmen und Prinzipien verlieren deshalb aber nicht generell ihre Gültigkeit. Für die Übertragung und Verarbeitung des im Unterricht erworbenen Wissens müssen im Unterricht hinreichend Übungszeit und Anwendungsbeispiele zur Verfügung gestellt werden. "Aktive Wissenskonstruktion schliesst allerdings systematische Wissensvermittlung und instruktionale Unterstützung der Lernenden keineswegs aus; erst beides zusammen gewähleistet wirksame Lehr- und Lernprozesse." (Mandl / Reinmann-Rothmeier 2004).
Im Zusammenhang mit dem zu fordernden Paradigmenwechsel gewinnen folgende didaktische Prinzipien mit ihren offeneren Unterrichtsformen wieder an Bedeutung:
- Selbstgesteuertes Lernen,
- Problembasiertes Lernen,
- Projektbasiertes Lernen,
- Prozessbasiertes Lernen,
- Lernen durch Lehren, und
- Handlungsorientiertes Lernen.


Didaktisches Potential der digitalen Medien
Multimediale Lehr- und Lernarrangements können zur Umsetzung konstruktiver Formen des Wissenserwerb ausserordentlich gewinnbringend eingesetzt werden. Es sind im Wesentlichen vier Bereiche, in den digitale Medien den traditionellen Unterrichtsmedien deutlich überlegen sind:
- Information / Recherche
- Kommunikation / Kooperation
- Präsentation / Publikation
- Verarbeitungsgeschwindigkeit grosser Datenmengen

"Die aktive Förderung und Unterstützung eigenverantwortlichen Lernens mit neuen Medien schafft Raum und Zeit für vertiefende Dialoge, Diskussionen und sozialen Austausch und forciert darüber hinaus die Entwicklung von Kompetenzen zum (persönlichen) Wissensmanagement, die in der modernen Arbeitswelt immer mehr zu einem integralen Bestandteil beruflicher Tätigkeit werden." (Mandl und Reinmann-Rothmeier 2004)


Quelle: Computer+Unterricht, Heft 58.