12. März 2005
Potentiale des Education Moblog der PHR
Seit einigen Wochen beschäftige ich mich intensiver mit Online-Communities, Weblogs und Wiki-Webs. Bei meinen Recherchen über die Potentiale und Nutzungsmöglichkeiten von Weblogs bzw. von Moblogs für den Bildungsbereich bin ich m.E. auf ein wirklich hochinteressantes Forschungsfeld im ICT-Bereich für die PHR gestossen!
1_Was ist ein Weblog?
Ein Weblog, auch "Blog" genannt, ist die moderne Version der persönlichen Website, auf der man Bilder und Text sofort und ohne technische Vorkenntnis publizieren kann. Weblogs bestehen aus einzelnen kurzen Beiträgen, die über alles berichten, was die Weblog-AutorInnen interessiert bzw. was sie der Welt mitteilen möchten. Die Leser/innen des Weblogs können die Beiträge kommentieren oder sie in ihrem eigenen Weblog zitieren.
2_Was ist ein Moblog?
Moblog setzt sich zusammen aus "mobile" und "Weblog". Ein mobiler Weblog oder Moblog ist demnach ein Weblog, auf das via Handy oder PDA publiziert wird. Dadurch wird der Weblog Autor orts- und zeitunabhängig. Bei neueren Handys kann man die KAYWA Weblogs gleich auch im Handy lesen. Es genügt einfach "/mobile" an die Weblogadresse anzufügen (Bsp: http://waeber.kaywa.com/mobile).
3_Anwendungsmöglichkeiten:
Weblogs könnten für zahlreiche Funktionen im Bildungsbereich eingesetzt werden:
- Weblogs als Recherchemittel
- Weblogs als Schreibinstrument
- Weblogs und Gruppenarbeit
- Weblogs als informelles Kommunikationsmittel
- ...
4_Weblogs und ihre Nutzungsszenarien:
Zum einen gibt es Nutzungsszenarien die sich vor allem an Studierende richten, wie zum Beispiel:
- Weblogs für Student Communities
- Das persönliche Weblog
- Weblogs für Lerngruppen
- Ein Weblog als E-Portfolio
- Ein Weblog als Studien Journal
Andere Nutzungsszenarien richten sich an Dozierende sowie Studienbereiche oder an die gesamte Institution:
- Das Weblog für Wissenschaftler
- Das Weblog für Lehrveranstaltungen
- Ein Weblog für die Website eines Studienbereichs
5_Weblogs an Hochschulen
An einigen wenigen Deutschen und Österreichischen Hochschulen - vorwiegend an den Technischen Fakultäten - werden Anwendungsmöglichkeiten für Weblog in der Hochschullehre bereits erprobt:
- Zur Unterstützung der Koordination und Kommunikation werden an der FH Aachen im Fachbereich Design seminarbegleitend Weblogs geführt: http://seminare.design.fh-aachen.de
- Das Weblog zur Lehrveranstaltung Personal Webpublishing Systeme und Weblogs im Kontext von Lernen, Lehren und Wissensmanagment an der Fakultät für Medienpädagogik der Universität Augsburg informiert Teilnehmer über organisatorische Fragen und gibt inhaltliche Anregungen. Als Seminaraufgabe erstellen die Teilnehmer eigene Weblogs. Auch die Webseite des Lehrstuhls für Medienpädagogik ist in Form eines Weblogs gestaltet.
- An der Universität der Künste in Berlin werden mehrere studentische Weblogs geführt, die der informellen Kommunikation dienen.
- Die Weblog Umgebung ::Collabor :: wurde im Rahmen einer Lehrveranstaltung eingesetzt, die im Verbund zwischen der FHTW-Berlin, der Universität Linz und der Universität Salzburg durchgeführt wurde.
- ...
6_Idee zum Forschungsprojekt ICT: "Potentiale des Education Moblog der PHR"!
An der PHR könnten über eine Website alle am Forschungsprojekt beteiligten Lerngruppen und Dozierenden (z.B. während der Berufseinführung) ein persönliches Moblog eröffnen. Dieser persönliche Moblog könnte dazu dienen, die Unterrichtstätigkeit mit der Schulklasse (Alltag oder Besonderheiten) während der Berufseinführung zu dokumentieren sowie das eigene Lehren und Lernen zu reflektieren (Moblog als E-Portfolio oder Studien Journal). Wobei die Lochbucheinträge der Junglehrer/innen von anderen Mitstudierenden, den Mentoren oder auch von den Schüler/innen selbst Kommentare angefügt werden könnten. Mit dieser "persönlichen Website" könnte die gesamte Zeit der Berufseinführung (z.B. während zwei Jahren) dokumentiert werden; damit würde sich eine Fülle von Forschungsfeldern nicht nur im ICT-Bereich eröffnen:
Neben den Potentialen von Moblogs für diese Form der Berufsdokumentation könnten auch das Kommunikations- oder Problemlöseverhalten in bestimmten Unterrichtssituationen untersucht werden. Nicht zuletzt könnte erforscht werden, welchen Einfluss ein moderiertes bzw. nichtmoderierten Moblog (z.B. durch Mentoren oder Kolleginnen) hat. Welche Themen, Kategorien und Inhalte von den Junglehrkräften dokumentiert bzw. kommentiert werden. Welche Moblog-Varianten (Live Journale, MP3-Blogs, Bilder-Blogs, Erzähl-Blogs usw.) dabei entstehen. Ob und wie sie sich die Jungelehrpersonen untereinander mit ihrem Moblog verlinken bzw. ob sogar Moblog-Communities (kollaborative Moblogs) entstehen... Die wirklich relevanten Forschungsfragen müssten selbstverständlich noch formuliert werden.
7_Was spricht für den Einsatz von Moblogs an der PHR?
Bloggen ist vor allem bei jungen Frauen sehr beliebt (rund 65% aller Blogger sind weiblich). Für einen mobilen Blog spricht zudem, dass die meisten Studentinnen und Studenten der PHR sehr erfahrene Handynutzerinnen (SMS) sind. In den meisten Fällen ist zudem eine Kamera im Handy bereits eingebaut, damit neben Texten sofort auch Bilder (später eventuell Filmausschnitte) während der eigenen Unterrichtstätigkeit und nicht erst im Nachhinein Zuhause im Moblog publiziert werden können. So bietet beispielsweise der Netzanbieter Orange mittlerweile auch sehr vorteilhafte Konditionen für das Mobloggen an. Selbstverständlich kann ein Moblog auch mittels Notebook und einem Browser bedient werden, so dass keine zusätzlichen Kosten anfallen. Eine Herausforderung dürfte allerdings sein, solche Moblogs technisch selber anzubieten. Kommerziell kann derzeit über die Internetfirma Kaywa (www.kaywa.ch) ein solches Moblog gemietet werden. Einen so genannten Education Blog bzw. Bildungs-Moblog gibt es m.W. noch nicht! Sofern ich diese Idee weiter verfolgen soll, werde ich bei Kaywa zu Demonstrationszwecken einen Moblog ("small business". der Teamblog mit Passwortschutz und eigener Domain) für ein Jahr für Fr. 250.- mieten, dies um selber erste Erfahrungen sammeln zu können.
Damit würde der Moblog zu einem virtuellen Abbild des Unterrichtgeschehens, an dem alle teilhaben und voneinander lernen können! Lehren und Lernen wird zunehmend mobiler - Mobile Learning!
Soviel von der ICT-Forschungsfront :-)
PS: Mittlerweile haben auch die klassischen Medien wie Zeitschriften das Phänomen "Weblog" entdeckt. Ein Artikel zu Weblogs findet sich im heute erschienen Migros Magazin 6, 8. Februar 2005.
1_Was ist ein Weblog?
Ein Weblog, auch "Blog" genannt, ist die moderne Version der persönlichen Website, auf der man Bilder und Text sofort und ohne technische Vorkenntnis publizieren kann. Weblogs bestehen aus einzelnen kurzen Beiträgen, die über alles berichten, was die Weblog-AutorInnen interessiert bzw. was sie der Welt mitteilen möchten. Die Leser/innen des Weblogs können die Beiträge kommentieren oder sie in ihrem eigenen Weblog zitieren.
2_Was ist ein Moblog?
Moblog setzt sich zusammen aus "mobile" und "Weblog". Ein mobiler Weblog oder Moblog ist demnach ein Weblog, auf das via Handy oder PDA publiziert wird. Dadurch wird der Weblog Autor orts- und zeitunabhängig. Bei neueren Handys kann man die KAYWA Weblogs gleich auch im Handy lesen. Es genügt einfach "/mobile" an die Weblogadresse anzufügen (Bsp: http://waeber.kaywa.com/mobile).
3_Anwendungsmöglichkeiten:
Weblogs könnten für zahlreiche Funktionen im Bildungsbereich eingesetzt werden:
- Weblogs als Recherchemittel
- Weblogs als Schreibinstrument
- Weblogs und Gruppenarbeit
- Weblogs als informelles Kommunikationsmittel
- ...
4_Weblogs und ihre Nutzungsszenarien:
Zum einen gibt es Nutzungsszenarien die sich vor allem an Studierende richten, wie zum Beispiel:
- Weblogs für Student Communities
- Das persönliche Weblog
- Weblogs für Lerngruppen
- Ein Weblog als E-Portfolio
- Ein Weblog als Studien Journal
Andere Nutzungsszenarien richten sich an Dozierende sowie Studienbereiche oder an die gesamte Institution:
- Das Weblog für Wissenschaftler
- Das Weblog für Lehrveranstaltungen
- Ein Weblog für die Website eines Studienbereichs
5_Weblogs an Hochschulen
An einigen wenigen Deutschen und Österreichischen Hochschulen - vorwiegend an den Technischen Fakultäten - werden Anwendungsmöglichkeiten für Weblog in der Hochschullehre bereits erprobt:
- Zur Unterstützung der Koordination und Kommunikation werden an der FH Aachen im Fachbereich Design seminarbegleitend Weblogs geführt: http://seminare.design.fh-aachen.de
- Das Weblog zur Lehrveranstaltung Personal Webpublishing Systeme und Weblogs im Kontext von Lernen, Lehren und Wissensmanagment an der Fakultät für Medienpädagogik der Universität Augsburg informiert Teilnehmer über organisatorische Fragen und gibt inhaltliche Anregungen. Als Seminaraufgabe erstellen die Teilnehmer eigene Weblogs. Auch die Webseite des Lehrstuhls für Medienpädagogik ist in Form eines Weblogs gestaltet.
- An der Universität der Künste in Berlin werden mehrere studentische Weblogs geführt, die der informellen Kommunikation dienen.
- Die Weblog Umgebung ::Collabor :: wurde im Rahmen einer Lehrveranstaltung eingesetzt, die im Verbund zwischen der FHTW-Berlin, der Universität Linz und der Universität Salzburg durchgeführt wurde.
- ...
6_Idee zum Forschungsprojekt ICT: "Potentiale des Education Moblog der PHR"!
An der PHR könnten über eine Website alle am Forschungsprojekt beteiligten Lerngruppen und Dozierenden (z.B. während der Berufseinführung) ein persönliches Moblog eröffnen. Dieser persönliche Moblog könnte dazu dienen, die Unterrichtstätigkeit mit der Schulklasse (Alltag oder Besonderheiten) während der Berufseinführung zu dokumentieren sowie das eigene Lehren und Lernen zu reflektieren (Moblog als E-Portfolio oder Studien Journal). Wobei die Lochbucheinträge der Junglehrer/innen von anderen Mitstudierenden, den Mentoren oder auch von den Schüler/innen selbst Kommentare angefügt werden könnten. Mit dieser "persönlichen Website" könnte die gesamte Zeit der Berufseinführung (z.B. während zwei Jahren) dokumentiert werden; damit würde sich eine Fülle von Forschungsfeldern nicht nur im ICT-Bereich eröffnen:
Neben den Potentialen von Moblogs für diese Form der Berufsdokumentation könnten auch das Kommunikations- oder Problemlöseverhalten in bestimmten Unterrichtssituationen untersucht werden. Nicht zuletzt könnte erforscht werden, welchen Einfluss ein moderiertes bzw. nichtmoderierten Moblog (z.B. durch Mentoren oder Kolleginnen) hat. Welche Themen, Kategorien und Inhalte von den Junglehrkräften dokumentiert bzw. kommentiert werden. Welche Moblog-Varianten (Live Journale, MP3-Blogs, Bilder-Blogs, Erzähl-Blogs usw.) dabei entstehen. Ob und wie sie sich die Jungelehrpersonen untereinander mit ihrem Moblog verlinken bzw. ob sogar Moblog-Communities (kollaborative Moblogs) entstehen... Die wirklich relevanten Forschungsfragen müssten selbstverständlich noch formuliert werden.
7_Was spricht für den Einsatz von Moblogs an der PHR?
Bloggen ist vor allem bei jungen Frauen sehr beliebt (rund 65% aller Blogger sind weiblich). Für einen mobilen Blog spricht zudem, dass die meisten Studentinnen und Studenten der PHR sehr erfahrene Handynutzerinnen (SMS) sind. In den meisten Fällen ist zudem eine Kamera im Handy bereits eingebaut, damit neben Texten sofort auch Bilder (später eventuell Filmausschnitte) während der eigenen Unterrichtstätigkeit und nicht erst im Nachhinein Zuhause im Moblog publiziert werden können. So bietet beispielsweise der Netzanbieter Orange mittlerweile auch sehr vorteilhafte Konditionen für das Mobloggen an. Selbstverständlich kann ein Moblog auch mittels Notebook und einem Browser bedient werden, so dass keine zusätzlichen Kosten anfallen. Eine Herausforderung dürfte allerdings sein, solche Moblogs technisch selber anzubieten. Kommerziell kann derzeit über die Internetfirma Kaywa (www.kaywa.ch) ein solches Moblog gemietet werden. Einen so genannten Education Blog bzw. Bildungs-Moblog gibt es m.W. noch nicht! Sofern ich diese Idee weiter verfolgen soll, werde ich bei Kaywa zu Demonstrationszwecken einen Moblog ("small business". der Teamblog mit Passwortschutz und eigener Domain) für ein Jahr für Fr. 250.- mieten, dies um selber erste Erfahrungen sammeln zu können.
Damit würde der Moblog zu einem virtuellen Abbild des Unterrichtgeschehens, an dem alle teilhaben und voneinander lernen können! Lehren und Lernen wird zunehmend mobiler - Mobile Learning!
Soviel von der ICT-Forschungsfront :-)
PS: Mittlerweile haben auch die klassischen Medien wie Zeitschriften das Phänomen "Weblog" entdeckt. Ein Artikel zu Weblogs findet sich im heute erschienen Migros Magazin 6, 8. Februar 2005.



