11. Juli 2007
Eine Studie zur Informationsbeurteilungsfähigkeit stellt SchülerInnen schlechte Noten aus
In der Pilotstudie "Schulen am Netz - und jetzt? wird untersucht, wie (junge) Menschen mit im WWW gefundenen Informationen umgehen:
Die VerfasserInnen der Studie halten fest, dass insbesondere die Gymnasien und (Fach-)Hochschulen sich verstärkt für eine Sensibilisierung ihrer AbgängerInnen im Bereich der Beurteilung von im Internet gefundenen Informationen einsetzen sollten. Ausserdem monieren sie, dass bislang ein Arbeitsbuch sowohl für Lehrende als auch für Lernende fehlt, welches Fähigkeiten wie die themenspezifische Suche, die Bewertung von Recherche-Resultaten und deren Weiterverarbeitung ins Zentrum stellt.
Die in den Medien kolportierte These von einer "Generation Google" scheint aufgrund der Resultate unserer Pilotstudie zugleich bestätigt und widerlegt. Denn einerseits sucht die Mehrzahl der von uns befragten Schüler Informationen bevorzugt im WWW und verbringt auch sonst viel Zeit im Internet. Dass die Schüler dass WWW zur Informationsbeschaffung bevorzugen, bedeutet allerdings mitnichten, dass sie es auch sinnvoll zu nutzen wissen - insofern kann das Klischee einer heranwachsenden Generation mit Bits und Bytes im Blut bloss auf der Ebene der Einstellungen bestätigt werden. Was hingegen den Kern unserer Pilotstudie betrifft, muss von einem enttäuschenden Resultat gesprochen werden: Im Bereich der Informationsbeurteilungsfähigkeit werden von 14 möglichen Punkten durchschnittlich nur gerade 7 erreicht (Durchschnitt und Median sind identisch: 7.00). Auch die Einschätzung der befragten Lehrpersonen und unsere teilnehmende Beobachtung bestätigen das Bild, dass die Schüler relativ wenig für die Problematiken sensibilisiert sind, mit denen sie durch die Informationssuche im WWW und die Verwendung der gefundenen Informationen konfrontiert werden.
Die VerfasserInnen der Studie halten fest, dass insbesondere die Gymnasien und (Fach-)Hochschulen sich verstärkt für eine Sensibilisierung ihrer AbgängerInnen im Bereich der Beurteilung von im Internet gefundenen Informationen einsetzen sollten. Ausserdem monieren sie, dass bislang ein Arbeitsbuch sowohl für Lehrende als auch für Lernende fehlt, welches Fähigkeiten wie die themenspezifische Suche, die Bewertung von Recherche-Resultaten und deren Weiterverarbeitung ins Zentrum stellt.
In der Studie wird die Informationsbeurteilungsfähigkeit in drei Teilfähigkeiten gegliedert:
- das Erkennen von ideologischem Gehalt bzw. Parteilichkeit einer Information,
- die Beurteilung der Glaubwürdigkeit einer Information und
- die Einschätzung des Anspruchsniveaus von gefundenen Informationen.
Hier einige Ergebnisse der Studie:
- Das Geschlecht hat gemäss der Studie keinen Einfluss auf die Informationsbeurteilungsfähigkeit!
- Der Erwerb der Informationsbeurteilungsfähigkeit ist mehr eine Frage des Alters, (schulischer) Bildung oder persönlicher Reife und weniger eine Generationenfrage!
- Die beobachteten Schülerinnen und Schüler beherrschen die Suchmaschinen durchaus nicht so gut, wie man dies von dieser Generation erwarten würde - es gibt hier grosse individuelle Unterschiede, wie etwa in der Kenntnis von Suchalgorithmen und im Umgang mit ihnen.
Weitere Informationen unter: http://elbanet.ethz.ch/wikifarm/schulenamnetz
Quelle: Beiträge zur Lehrerbildung, 25 (1), 2007, S. 98-101.




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