Das neue Windows Vista bringt einen wirksamen Jugendschutz
Die NZZ am Sonntag vom 3. Dezember berichtet im Artikel "Ein PC mit Kindersicherung", dass das neue Betriebssystem Windows Vista endlich mit einem funktionierenden Jugenschutz ausgestattet ist:
Mit Vista lässt sich regeln, wer wann was auf dem Computer unternehmen darf. Vorbei sind damit all die Kämpfe, weil der Nachwuchs nur "schnell für zehn Minuten" ins Internet will und nach zwei Stunden noch immer spielend vor dem Rechner anzutreffen ist. Bei Vista diktiert der Rechner die Nutzungszeiten. Für jeden Anwender lässt sich ein Nutzerkonto mit einem individuellen Benutzerprofil einrichten. für den 12-jährigen Linus wird dort beispielsweise festgelegt, dass er nur mittwochs von 16 bis 18 Uhr an den Rechner darf, die ältere Sarah hat täglich von 18 bis 20 Uhr PC-Zeit. Ist die Frist abgelaufen, werden die Programme automatisch gestoppt, und die weitere Nutzung wird blockiert.
Ob dies dann wirklich so einfach gelingt, mag ich hier mal bezweifeln! Das Ganze erinnert mich allerdings sehr an meine Jugendzeit, als unser Fernsehkonsum mit Fernseh-Bons, die wir Kinder jeweils meinen Eltern abgeben mussten, kontrolliert wurde.
Die Jugenschutzfunktion beherrscht aber noch mehr Tricks. So kann beispielsweise mit einem Klick definiert werden, dass nur Spiele gestartet werden dürfen, welche die "Altersfreigabe bis 8 Jahre" von der Spieleherstellervereinigung PEGI erhalten haben. Alternativ kann man auch einzelne Programme gezielt zulassen oder sperren. So lässt sich sicherstellen, dass ein Kind nicht im Internet surft, sondern nur E-Mails verschickt. Ferner lässt sich auch einfach ein "Hausaufgaben-Konto" festlegen: Wer sich damit anmeldet, darf nur Webseiten besuchen, welche die Eltern explizit freigegeben haben. Diese White List von Web-Adressen lässt sich einfach definieren. Zusätzlich erhalten Eltern die Möglichkeit, eine Black List von Webseiten zu definieren, die immer gesperrt bleiben.
Ergänzend bietet Vista auch einen automatischen Internetfilter, der auf Kategorien basiert: Es lassen sich damit beispielsweise Webseiten, die mit Pornographie oder Drogen zu tun haben, sperren. Das Filtersystem mittels Kategorien funktioniert aber unzuverlässig, und Microsoft Schweiz konnte nicht erklären, wer diese Filter letztlich definiert und überwacht.
Hier zeigen sich die Schwächen solcher Filtersysteme. Dennoch bin ich überzeugt, dass künftig solche Schutzmechanismen zum Wohle der Jugend zwingend notwendig sind. Auch dann, wenn es vermutlich Jugendliche geben wird, welche solche Filtersysteme austricksen. Hier brauchen wir zwingend eine enge Zusammenarbeit mit dem Software-Hersteller, den Jugenschutzorganisationen und der Schule, welche die vermutlich von der Technik überforderten Eltern unterstützen.
Der Jugenschutzfilter kann sogar Überwachungsfunktionen wahrnehmen und protokolliert besuchte Internetseiten, verschickte E-Mails, Chat-Partner und Nutzungsdauer jedes Programms.
Vom Gebrauch dieser Funktionen rate ich jedoch dringend ab, weil es nur eine Frage der Zeit sein dürfte, bis diese Protokollfunktion zum Ausspionieren missbraucht werden kann.




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