Heinz Weber hat in der Zeitschrift Bildung Schweiz 4/2007 den sehr lesenswerten Artikel "School of the future" in schwierigem Umfeld verfasst, der in mir zahlreiche Fragen und Gedanken zur "Schule der Zukunft" ausgelöst hat.

Unterstützt vom Informatik-Unternehmen Microsoft entstand in der Stadt Philadelphia, USA, in schwierigem sozialem Umfeld eine "Schule der Zukunft". Nicht nur Hightech, sondern auch neue Wege in der Schularchitektur und der Schulentwicklung prägen diese Schule, die nach den Vorstellungen von Microsoft weltweit "Schule machen" kann.

School of the future

Motivierte Schülerinnen und Schüler, wenig Disziplinprobleme in einer flexiblen, auf Gemeinschaft, Kommunikation und Kooperation ausgerichteten "Lernumgebung". Allerdings blickt die "School of the Future" erst auf ein halbes Jahr Unterrichtserfahrung zurück.





Wie muss die "Schule der Zukunft" bei uns in der Schweiz aussehen?!

 

Hier noch einige lesenswerte Ausschnitte aus dem Artikel:

Neueste Computertechnologie ist zwar Voraussetzung für die "Schule der Zukunft", doch geht es nicht darum, ein futuristisches Schaufenster zu präsentieren. Im Vordergrund stehen vielmehr neuartige Formen von Lernen und Kommunizieren, aber auch von Projektmanagement, das den Schulen (auch) in den USA bisher fremd ist. Microsoft betont denn auch, man habe die Schule nicht in erster Linie mit Hard- und Software, sondern mit "Humankapital" und Fachwissen unterstützt. Auch habe die Schule, so Stacey Rainey, "keinen Dollar mehr gekostet, als irgendeine andere Schule in Philadelphia, die in dieser Zeit eröffnet wurde.

"96 Prozent der Jugendlichen glauben, dass die Schule entscheidend ist für ihr Vorankommen im Leben, aber nur 20 Prozent sind der Meinung, die Schule gebe ihnen, was sie dafür brauchen." Die Änderung dieses Zustands war eines der grundlegenden Ziele für die "School of the Future". Merhmals betonte denn auch Mary Cullinane, Schulentwicklung sei für sie nicht denkbar ohne gründliche Kenntnis der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler. Als entscheidend für den erfolg des Konzept wertet sie unter anderem eine engagierte ("involved") und vernetzte Lerngemeinschaft, ein flexibles und unterstützendes Lernumfeld sowie eine professionelle Schulleitung.

Ein flexibles, unterstützendes Umfeld? Dazu gehört an der Schule in Philadelphia unter anderem, dass es keine Schulzimmer im herkömmlichen Sinne mehr gibt. Es gibt viele unterschiedlich grosse und flexible Räume und das, was eine Lerngruppe gerade tut, bestimmt Grösse und art des benutzten Raumes. Der Studenplan respektive "Learning Plan" wird wöchentlich neu erstellt. In den Unterrichtsräumen ist die Einrichtung flexibel; der "teaching wall" - also jener Teil des Raums wo traditionellerweise die Lehrperson ihr Pult hat und wo sich die Wandtafel oder das Whiteboard befindet – ist aufgehoben. In jedem Lernraum sind während des Unterrichts üblicherweise zwei Lehrpersonen anwesend.
Klassen im herkömmlichen Sinn gibt es hier nicht; vielmehr formieren sich die Jugendlichen je nach ihren Lerninhalten zu «Kontinenten». Oft geschähen Gruppenbildung und Zusammenarbeit auch auf Initiative der Lernenden, berichteten Cullinane und Rainey.

Unterrichten mit Mikrofon
Das Gegenstück zur grossen Flexibilität dieser Umgebung bildet modernste Kommunikations- und das heisst auch Kontrolltechnologie. In der Schule besteht ein kabelloses Netzwerk; die Lehrperson kann ihre Lernenden – alle mit einem mobilen Computer ausgerüstet – jederzeit und überall erreichen und deren Arbeiten oder Fortschritte mitverfolgen. So ist sie, wie die beiden Amerikanerinnen betonten, optimal in der Lage, schwächere Schülerinnen und Schüler je nach Lernstand mit zusätzlicher Unterstützung oder stärkere mit anspruchsvolleren Aufgaben zu versorgen. Auch die Eltern, die stark in die «Lerngemeinschaft » einbezogen sind, haben jederzeit Transparenz darüber, wie ihr Kind arbeitet und sich verhält. Schulhefte gibt es nicht mehr, Bücher sind rar an der «School of the Future». Der gesamte Stoff steht auf dem Computer zur Verfügung, alle Arbeiten werden elektronisch erfasst. Ein Vorteil der Online- Kommunikation sei, dass Lob und Tadel nicht vor der «Klasse» ausgesprochen werden müssen. Nämlich: «beeing smart» sei unter US-Jugendlichen alles andere als populär. Ein letztes Detail: Alle Lehrpersonen tragen im Unterricht ein Kopfmikrofon. So brauchen sie auch in kritischen Situationen nie mehr die Stimme zu erheben.

Weiter im Netz: http://www.microsoft.com/education/sof

Download: Artikel_School_of_the_future.pdf