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Fernbeziehungen als moderne Herausforderung

Wie kommt es zu einer Fernbeziehung?

Das moderne Leben bietet viele Möglichkeiten hinsichtlich Mobilität. Wir bereisen im Urlaub ferne Länder und sind auch vielfach beruflich viel unterwegs und weit vom Heimatort entfernt. Da ist es nicht verwunderlich, dass uns auch die Liebe dort begegnet, wo wir uns gerade befinden. Der Mensch, der unser Herz erobert wohnt in diesen Fällen möglicherweise in einer anderen Stadt, eventuell sogar in einem anderen Land. Hinzu kommen heutzutage auch mediale Möglichkeiten, über die wir uns kennen und lieben lernen. Auch hier kommt es oftmals vor, dass unser Traumpartner leider nicht um die Ecke wohnt. Lassen wir uns auf diese Liebe ein, dann befinden wir uns – zumindest die erste Zeit – in einer Fernbeziehung. Das Thema ist allgegenwärtig.

Leben in einer Fernbeziehung

Eine Fernbeziehung ist in den wenigsten Fällen das, was wir uns eigentlich wünschen. Doch das Schicksal wollte es nun einmal so, dass die große Liebe nicht täglich verfügbar ist, weil die Entfernung einfach zu groß ist. Doch es ist nun einmal die große Liebe, denn vermutlich würden wir uns sonst nicht darauf einlassen. Damit das Ganze überhaupt funktionieren kann, ist eines unerlässlich: Vertrauen. Ist dies nicht gegeben, ist die Beziehung von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Denn wer hält schon auf Dauer die Ungewissheit aus bei der Frage, ob der Partner auch wirklich treu ist?

 

Natürlich muß man auch Versuchungen standhalten. Es ist nicht immer einfach seine sexuellen Gelüste zurückzustellen, wenn der Partner nicht in der Stadt ist. Die Möglichkeiten Fremdzugehen sind in Zeiten von Sex Apps und generell größerer sexueller Freizügigkeit enorm. Hier erfordert es Vertrauen und gegebenenfalls auch eine gute Portion Disziplin. Insbesondere in Großstädten sind die Versuchungen meist groß, weil es eine unbegrenzte Menge an möglichen Gelegenheiten gibt. Sex in München zu haben, beispielsweise, ist in der Stadt der Singles keine Besonderheit und quasi regelmäßig möglich.

Weiterhin sollte es in der Fernbeziehung feste Rituale geben. Wenn der Partner schon nicht physisch präsent sein kann, bieten diese festen Rituale eine Regelmäßigkeit, an der wir uns aufrichten können. Sei es das abendliche Telefonat zu einer festen Uhrzeit oder die liebe Textnachricht am Morgen und am Abend. Durch beides vermitteln sich die Partner gegenseitig, dass die Beziehung Bestand hat, auch wenn man räumlich von einander getrennt ist.
Das Schöne an einer Fernbeziehung ist jedoch, dass die Zeit, die die beiden Partner miteinander verbringen, ausschließlich dem Anderen gewidmet ist. Alltägliche Dinge sind in der Zeit erledigt worden, wo man sich nicht sah. Jetzt aber (meist am Wochenende) sind beide Partner vereint und diese Zeit gehört ausschließlich der Liebe.

Dies ist zum Einen die Chance, auf komprimierte Art und Weise die Beziehung zu intensivieren. Weil man sonst nicht dazu kommt, werden Dinge wie Reden, miteinander Lachen, Kuscheln, etwas schönes unternehmen in diesen engen Zeitraum eingebunden. Die Gefahr jedoch ist gleichsam, dass so nicht die Chance besteht, den Partner im alltäglichen Leben zu erfahren. Verborgen bleiben alle Marotten und Eigenarten.

Gesunder Realismus

Das langfristige Ziel einer Partnerschaft ist es, sein Leben gemeinsam mit dem Partner zu verbringen. Eine Fernbeziehung ist also meist darauf ausgerichtet, die Möglichkeit zu schaffen, diesen Zustand irgendwann einmal zu beenden. Hier sollte beiden bewusst sein, dass dann erst das eigentliche Kennenlernen beginnen wird. Wer dies beherzigt und sich von vorne herein damit auseinander setzt, dass die Fernbeziehung auch weniger schöne Zeiten mit sich bringt, der kann sich darauf einlassen. Grundvoraussetzungen sind jedoch Liebe und absolutes Vertrauen.