Peter Baumgartner hat in der Zeitschrift upgrade 1.07 den lesenswerten Artikel Karriereplaner E-Portfolio verfasst:

E-Portfolios innovativ eingesetzt - was das konkret heisst, lässt Baumgartner wie so häufig offen -, können zu einem Katalysator für eine neue Lernkultur werden. Mit dem Begriff "Katalysator" mein Baumgartner wohl einfach die Bedeutung "Auslöser".

Karriereplaner E-Portfolio

 

Nachstehend einige lesenswerte Textauszüge:

E-Portfolios werden immer mehr zu einem unverzichtbaren Begleiter beim Lebenslangen Lernen. Sie präsentieren nicht nur den aktuellen Grad der erworbenen Kompetenzen, sondern dokumentieren auch die eigene Lerngeschichte und zeigen persönliche Entwicklungspotentiale auf. Sie sind aber nicht nur eine Art Leistungsmappen, sondern können - innovativ eingesetzt - zu einem Katalysator für eine neue Lernkultur werden.

E-Portfolios sind nichts anderes als die digitale Realisierung des Portfoliogedankens: elektronische Sammelmappen.

E-Portfolios unterstützen diesen Übergang von Wissen zur Kompetenz in mehrfacher Weise: Sie zeigen mit einem fertigen Produkt, (schriftliche Arbeit, Grafik, Musikstück, Programmcode für eine Software, Foto eines produzierten Artefakts etc.) bereits die Umsetzung des Lernprozesses, die erfolgte Anwendung abstrakten Wissens. E-Portfolios sind daher über die oft nichtssagende Bewertung mit einer Note hinaus imstande, den tatsächlichen Stand der Fertigkeiten und Fähigkeiten zu demonstrieren.

Entscheidend bei einem E-Portfolio ist, dass die Lernenden nicht nur die Auswahl ihrer Lernprodukte selber bestimmen, sondern auch die Art der Präsentation. Produkte können kommentiert und/oder im Zusammenhang mit anderen Unterlagen in ihrem damaligen Entstehungskontext dargestellt werden. Es entsteht so mit der Zeit eine Dokumentation der eigenen persönlichen Lerngeschichte. E-Portfolios werden damit zu Instrumenten, um über den eigenen Lernprozess nachzudenken, zu metakognitiven Werkzeugen, mit denen die persönliche Entwicklungsgeschichte reflektiert werden kann.

Auf den Punkt gebracht: Das traditionelle Verständnis von Sammelmappen, die ein Portfolio in erster Linie in Zusammenhang eines Leistungsnachweises gesehen hat, hat sich radikal verändert. Grundlagen für den Wandel sind sowohl gesellschaftliche Veränderungen als auch neue technische Möglichkeiten, die sich bei elektronischen Portfolios ergeben. Damit tritt auch eine Wende im Charakter der E-Portfolios ein: Statt bloss ein Instrument der Leistungsbeurteilung für ein Curriculum zu sein, werden E-Portfolios immer mehr zu einem strategischen Instrument für die Planung der persönlichen (Karriere-)Entwicklung in einem lebenslangen Prozess.

Mit der intensiven Auseinandersetzung der eigenen Lerngeschichte werden "intellektuelle Kompetenzen" zum Lernprozess selbst trainiert.

Schwierigkeiten reichen vom Austausch der Daten über verschiedene Softwaresysteme über die Eingliederung in verschiedene Lern- und Kursumgebungen bis hin zur pädagogischen-didaktischen Integration in die jeweiligen Curricula.