Mandy Schiefner vom E-Learning Center der Universität Zürich hat in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Beiträge zur Lehrerbildung, 25 (1), 2007, hat einen lesenswerten Artikel zum Thema "E-Assessment in der Lehrerinnen und Lehrerbildung: What's new with the "E"? verfasst. Darin wird erfreulicherweise auch unser E-Portfolioprojekt an der Pädagogischen Hochschule Rorschach - ab September 2007: Pädagogische Hochschule des Kantons St.Gallen - erwähnt:

Ein Beispiel für den Einsatz von E-Portfolios findet sich derzeit an der PH Rorschach (Hofmann, 2006). Eine Vorstudie, die den Einsatz begleitete, zeigte den Vorteil von Weblogs und E-Portfolios gegenüber der papierbasierten Variante auf. "Mit Bezug auf die erreichten Lernfortschritte beim Erstellen eines Lernreisebuches bildete sich (...) eine signifikante Verschlechterung bzw. Benachteiligung aus Sicht der Studierenden ab, welche mit der herkömmlichen Papierform arbeiteten" (Christen et al., 2006 S. 25). E-Lernreise-Tagebuch und E-Portfolios einiger Studierender sind einsehbar unter: http://ping.phrblog.kaywa.ch .


Im besagten Artikel stellt die Autorin fest, dass E-Assessment - meint die Einbettung von elektronischen Leistungsnachweisen in die universitäre Lehre - immer noch vernachlässigt werde. Der gleiche Befund gilt übrigens auch für die Lehrerbildung.
Eine Auseinandersetzung nicht nur mit E-Learning, sondern auch mit E-Assessment in der Lehrerbildung ist vor allem nötig, weil "die selbst erlebte und gelebte Lernkultur letztlich entscheidend dafür ist, welche Form von Lernen man auf welche Weise bei anderen (nämlich bei den der eigenen Person anvertrauten Lernenden) fördert" (Reinmann, 2005, S. 29).

Nachstehende E-Assessment-Formen werden unterschieden:
  • Geschlossene bzw. standardisierte E-Assessment-Formen wie Multiple-Choice-Fragen, Drag- & Dropübungen, Likert-Skala, usw.
  • Offene E-Assessment-Formen wie Diskussionsforen, Weblogs, Wikis und E-Portfolios

What's new with the "E":
  • Standardisierung und Beurteilungsobjektivität
  • Motivation und Selbstkontrolle
  • Integration von Multimedia-Elementen
  • Situierte Lernumgebungen, Reduktion von Komplexität
  • Distanz und Reflexion

Eine Möglichkeit der Integration von Multimedia stellt die Erstellung eines E-Portfolios dar. (...) Portfolios können dabei zum einen nach Andexeer und Thonhauser (2001) als Dokumentation über einmal erbrachte oder aktuelle Leistungen (Produktdiagnostik) oder als Bericht über den aktuellen Leistungsstand oder die potentielle Leistungskapazität Auskunft geben (Prozessdiagnostik). Neben den Vorteilen, die ein Portfolio für den Lern- und Kompetenzerwerb sowie die Selbstreflexion hat, kommt beim E-Portfolio auch die Förderung von Medienkompetenz (Baake, 1973, (Medienkunde, Mediengestaltung, Medienkritik und Mediennutzung) integriert werden. 1996) hinzu. Im Rahmen der Medienkompetenz können alle vier Elemente. (...) In der Ausbildung von Lehrenden eignen sich Portfolios vor allem als Darstellung der eigenen Lehr- und Lernkompetenz. einzelne Elemente ihres Studiums (Hausarbeiten, Praktikanachweise, Unterrichtskonzeptionen, Darlegung des eigenen Lehrverständnisses) sind in einem Portfolio dokumentier- und nachweisbar. So kann ein Portfolio, das im Rahmen des Studiums begonnen wurde, auch als "Teaching Portfolio" im Rahmen der Lehrtätigkeit weitergeführt werden.