Nachstehend meine Notizen zum Swiss eEducation Forum (info society days 2009) zu "Konkurrenzfähig dank eEducation - Innovative Ansätze zur Bewältigung aktueller Herausforderungen" in Bern.

infosocietydays

Zeit für kreative Verdrängung des Althergebrachten im betrieblichen E-Learning
Prof. Dr. Andrea Back, Universität St.Gallen HSG, Learning Center und Business 2.0

Frau Back stellt den spannenden Ansatz zum disruptiven neuen E-Learning vor.
- Das eLearning in der Webkultur ist heute bunt, wild und explorativ.
- E-Learning Dogmen brechen - Wie vom Donner gerührt (Youtube Video)
- Realtime: Storytelling via User Generated Video (in der Lehre)
- Offene, unkomplizierte Plattformen - Nutzer bilden Netzwerke (Communities)
- Wie weiter in der Forschung: Design-Prinzipien disruptiver Innovationen im eLearning, Verlauf des Innovationsprozesses, Design Research in der Lehr-/Lernforschung, Aktionsforschung: Weitermachen mit E-Learning
- Tipp: WissensWert Blog Carnival über Enterprise 2.0, Knowledge Management und E-Learning
- Fazit: Die Zukunft von eLearning könnte sich viral verbreiten!

Individualisierte Lernbegleitung - eCoaching, ePortfolio und eAssessment unter der Lupe
Mag. phil. Dr. phil. Norbert Pachler, Co-Director WLE Centre for Excellence, Institute of Education, London, Convenor London Mobile Learning Group

Norbert Pachler stellt primär Erkenntnisse aus dem angelsächsischen Bereich vor. Seine Ausführungen basieren auf Hargreaves (2004) Aussagen zur individuellen Lernbegleitung.
- Coaching Presence, Cognitive Presence, Teaching Presence (vgl. Wikipedia: Community of Inquiry)
- The networked Teacher (Couros, 2008)
- Kernfrage: Wie viel Struktur braucht der Lernende und wie viel Individualisierung ist möglich?
- Conversational Framework (Laurilard, 2009)
- Grundlegendes Anforderungsprofil einer Lernbegleitung (eCoaching. ALF, 2004)
- eModerating (Salmon, 2005)
- eAssessment (Teacher, Peer, Learner // Where the learner is going? Where the learner is? How to get there?)
- ePortfolios (Butler, 2006) Benefits of ePortfolios
- The Prinziples of Good Assessment (Nicol, 2007)

Spielend Lernen im virtuellen Welten: Wunschtraum oder Alptraum?
Prof. Dr. Michael Kerres, Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement, Universität Duisburg-Essen

- Spiele: freiwillig, Selbstzweck, anders, positiv, regelhaft
- Lernen "des" Spiels (Spielzyklus nach Gerris et al (2002)
- Bopp: didaktisch-immersives Spieldesign
- Lernen "mit" Spielen
- (1) Kompetenztransfer im Spiel: Simulation; Lernen mit Spielen wie World of Warcraft?
- Erwerb übertragbarer Kompetenzen: spontaner Lerntransfer eher selten
- (2) Spiel in Lernsituationen einbetten (Briefing - Spiel - De-Briefing)
- (3) Lernaufgabe in Spiel einbetten (vgl. Online lernen mit Spass - Lernspiele für alle Schulfächer mit scoyo)
- Lernerfolg: deklaratives Wissen, prozedurales Wissen, kontextuelles Wissen, Metakognition/Lernstrategien, Einstellung

Lernen am Arbeitsplatz. Mit mobilen Technologien Selbstlernen, gemeinsames Lernen und Coaching intensivieren.
Elisabeth Farmer, Programmleiterin eCF Corporate Finance, Institute für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich

- Methode und Aufbau der eCF Kurse: Self Learning (Module zum Selbststudium), Involving Activities (Fallstudien bearbeiten), Online Coaching (Betreuung durch Online Coaching), Präsenz (Lektionen auch als Download

eLearning im Prozessumfeld
Franz Weibel, Leiter IT-Schulung und Lernmedien, Die Schweizerische Post, Informationstechnologie

- für mich wenig Ergiebiges


Workshop: eCoaching, ePortfolios und eAssessment: Kritische Auseinandersetzung mit Fallbeispielen, Forschungsergebnissen und einem methodischen Modell
Mag. phil. Dr. phil. Norbert Pachler, Co-Director WLE Centre for Excellence, Institute of Education, London, Convenor London Mobile Learning Group

- Begriffe eCoaching, eMentoring, eModerating, Online Lernbegleitung
- (e)Coaching: das "e" gehört zunehmend zum heutigen Lernprozess dazu
- Das Anforderungsprofil (fachliche, methodische, emotionale, persönliche Kompetenz.) von eCoaches muss sehr vielfältig sein: Lernbegleiter als Kommunikator, Problemlöser, Coach, Qualifizierer
- Laurilard, 2009: Conversational Framework
- Verschiedene Ebenen müssen unterschieden werden: Teaching, Coaching, Consulting
- Lernmodell und Rollenverteilung sind entscheidend

- Kritik an E-Portfolios: E-Portfolios werden häufig als administrative und häufig zu wenig als Lerntools verwendet.
- Seven functions of e-portfolios (Attwell, 2005)


Erfahrungen im "eCoaching" von Lernenden
Ruedi Negri, Projektleiter "Medienunterstütztes Lernen" bei der Swisscom

- Lernbegleiter begleitet 25 bis 30 Lernende bei ihren Projekten, welche über die ganze Schweiz verteilt sind
- Jeder Lernende hat ein E-Dossiers


Handyromane: Lesen, lachen, lernen
Dr. oec. Oliver Bendel, Head of Competence Center Mobile Business, Institut für Wirtschaftsinformatik, Universität St.Gallen

- "Künstliche Kreaturen" (Hörbuch von Oliver Bendel)
- Handyromane sind in Japan stark verbreitet und haben den Literaturbetrieb verändert; auch in Europa spielen sie eine immer grössere Rolle.
- Sie werden - i.d.R. als Java-Anwendung - auf dem mobilen Gerät gespeichert und gelesen, etwa bei der Fahrt zur Arbeit, schule oder Hochschule.
- Handyromane können, müssen aber nicht auf dem Handy geschrieben werden.
- Es handelt sich nicht nur um eine Form von E-Books, sondern um ein neues Genre, das sich u.a. durch eine prägnante Sprache, kurze Sätze und reduzierte Dialoge auszeichnet.
- Möglich sind auch mediale und sprachliche Erweiterungen, etwa Links, Multimedia, etc.
- ...
- Die Medien berichten in Deutschland breit über die Handyromane des Referenten, die Medien in der Schweiz eher verhalten.
- Dies liegt vor allem daran, dass es in der Schweiz noch keinen Dienst für diese mobilen Bücher gibt. Dies ändert sich aber schon im Frühjahr.
- Film vom ZDF (Februar 2009)
- Oliver Bendel meint, dass die Nutzung von Handyromanen vor allem von Jugendlichen unter 18 Jahren akzeptiert wird; ältere Menschen begegnen dem Handyroman eher skeptisch.
- Dienste und Rollenmodell
- In Oliver Bendels Handyromanen sollen auch Medienkompetenzen vermittelt werden.
- Zielgruppe von Oliver Bendels Handyromanen sind 12 bis 18 Jährige.
- Provider: MobileBooks - blackbetty
(Zugang vorerst nur in D, AT)
- Homepage www.handybuecher.de - Lesestoff für das Handy
- Beispiele für Handyromane: Lucy Luder, daniela, lonelyboy18,
- Neuestes Buch: Handygirl (Fortsetzungsgeschichte)
- Swissbooks: Hier sollen Mundart-Handyromane entstehen
- In Handyromanen finden sich Links und Wikipedia-Zitate, und es entwickeln sich multimediale Formen.
- Handyromane dienen zunächst der Unterhaltung...
- ...und lernen? (Literatur studieren, Prognosen wagen, Plot beeinflussen, Fälle aufklären, Städte entdecken, Philosophie studierend, Geografiekenntnisse erweitern, Wissen testen)
- Oliver Bendel schreibt einen Handyroman in ca. 2 Wochen
- Fazit von Oliver Bendel:
- Handyromane können mit verschiedenen Lernszenarien und ICT verbunden werden.
- Durch die zunehmende Verschmelzung von Virtualität und Realität entstehen neue Möglichkeiten.
- Eine offene Frage ist, wie viel Didaktik ein Handyroman verträgt.
- Offene Fragen: Macht es überhaupt Sinn Handys, die von Jugendlichen derzeit vorzugsweise für die Freizeit verwendet werden, auch für Lernzwecke einzusetzen?