27. Juni 2007
SESAM - Server für schulische Arbeit mit Medien
Andy Schär stellt mit seinen KollegInnen aus Baden-Württemberg an der heutigen Tagung der AG skhp elearning in Arth Goldau die Plattform SESAM - Server für schulische Arbeit mit Medien vor. Ziel von SESAM ist die Online-Distribution von Medien für den Bildungsbereich. Dabei bietet SESAM eine Fülle von thematisch zusammengestellten Inhalten, die auf den Bildungsstandards von Baden-Württemberg basieren und die von allen Lehrerinnen und Lehrern in Baden-Württemberg kostenlos (nach erfolgter Registrierung) abgerufen werden können.

Quelle: http://sesam.lmz-bw.de
Fazit

Quelle: http://sesam.lmz-bw.de
Fazit
- SESAM ist eine konservative "Materialplattform"; noch keine eLearning-Plattform!
- SESAM ist als Ergänzung zu den Angeboten des Schulfernsehens zu sehen (z.B. SF Wissen mySchool)!
- SESAM soll keine Konkurrenz zu educanet2 sein!
- Lehrpersonen müssen zu SESAM geschult werden; ansonsten nutzen sie die Materialplattform nicht!
Grundsätzlich frage ich mich, ob solche Materialserver wie SESAM überhaupt Zukunft haben?! Das Web 2.0 mit seinen Community-Plattformen wie Flickr, Youtube, TeacherTube, etc. bieten häufig einen einfacheren Zugang zu "echten" und "unbegrenzten" Lernressourcen; die zugegebenermassen aber nicht didaktisch aufbereitet sind. Hierfür stehen seit Jahren Angebote wie das Schulfernsehen (heute SF Wissen mySchool) zur Verfügung, die aber nur spärlich von den Lehrkräften genutzt werden.




Kommentare
• Nutzbar sein für Lehrkräfte mit völlig unterschiedlichen IT Voraussetzungen
• Angepasst an die unterrichtlichen Anforderungen
• Einsetzbar sein in den verschiedensten Unterrichtsszenarien
• Didaktisch aufbereitet sein
• Nach internationalen Standards verschlagwortet und damit recherchierbar sein
• Den immer bedeutsamer werdenden Rechte- und Lizenzfragen genügen.
All das leistet SESAM umfassend während die Youtubes und Flickrs doch sehr großzügig mit diesen Anforderungen umgehen, sie teilweise gar nicht erfüllen (können oder wollen).Was weiterhin unabdingbar für die Akzeptanz und damit Nutzung von SESAM & co. ist, iste eine umfassende Lehrerfortbildung, in der solche Plattformen zentraler Inhalt sind. Genau das wird in Baden-Württemberg gemacht und auch die Kolleginnen und Kollegen in Aargau stellen sich diesen Herausforderungen. Also- ran an SESAM & co!
Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Element sind Qualität und copy right. Wollen wir in den Schulen Medien im Sinne von Wissenskonstruktionswerkzeugen verwenden, benötigen wir qualitativ einwandfreie Medienbausteine, deren Rechte geklärt sind.
Geben Sie mal "B.B. King" in youtube ein - bei mir fand das System eben 4330 Treffer; In der Regel eben nur raubkopiertes Material, das man so unter der Hand in der Schule einsetzen könnte, aber eben nie öffentlich.
Vielen Dank für die wertvollen Rückmeldungen zu SESAM. Ich möchte in keiner Weise das tolle Medienangebot SESAM schlecht machen. Trotzdem glaube ich nach der Kurzpräsentation von letzter Woche nicht so richtig an den Erfolg solcher Plattformen wie SESAM. Jo hat recht, wenn er kritisiert, dass hier teilweise Äpfel mit Birnen verglichen werden; selbstverständlich ist auch der Copyright-Aspekt ein ganz wesentlicher.
Wesentlich ist hier jedoch m.E. das Verhalten der LehrerInnen! Meine Erfahrung zeigt, dass eine Mehrheit von Lehrpersonen - ich meine hier wirklich nicht nur die Pionniere und innovativen Lehrpersonen - solche Medienplattformen nur dann wirklich nutzen, wenn sie schnell, einfach und sofort von überall verfügbar sind! Und was nicht unwichtig ist, in den Köpfen der LehrerInnen bei der Suche nach geeignetem Material als URL zuoberst stehen. Wenn Lehrpersonen also ein geeignetes Bild, Audio oder Video für den Unterricht suchen, dann suchen vermutlich die meisten LehrerInnen wie auch die SchülerInnen zuerst im WWW. Die Wahrscheinlichkeit dort etwas Passendes - selbstverständlich nicht didaktisch aufbereitet - zu finden, ist im WWW einfach grösser.
Selbst Medienangebote - wie z.B. jenes vom Schweizer Schulfernsehen -, die kostenlos, ohne Registrierung und Installation von irgendwelchen Zusatztools und frei von Schulung zugänglich sind, haben Mühe, die Lehrpersonen auf Ihre Plattformen zu locken.
Wäre es nicht sinnvoller, die finanziellen und zeitlichen Ressourcen in einen globalen Aggregator bzw. eine intelligente Suchmaschine für Bildungsinhalte zu investieren, welche alle vorhandenen Medienangebote im WWW sammelt und nach schulspezifischen Kriterien sortiert auflistet?! Selbstverständlich brauchen wir dann entsprechende Metadaten - und noch einiges mehr: Einfach ein WebEducation!
Das Horten von Medienangeboten auf einer spezifischen Plattform wie SESAM wiederspricht zudem dem gegenwärtigen Open Content-Trend; immer mehr Bildungsinstitutionen geben ihr Material frei.
Gruss Martin