SFEM 2007 zu Open Access - Gratiskultur im Wissens- und Bildungsbereich?

Unter dem Patronat der Bundeskanzlei fand am 15./16. November 2007 das Swiss Forum for Educational Media (SFEM) zu "Open Access - Gratiskultur im Wissens- und Bildungsbereich? in Bern statt. Open Access steht für den freien und kostenlosen Zugang zu Wissen und zieht Veränderungen für Forschung und Wissenschaft, für Lehren und Lernen, Aus- und Weiterbildung, aber auch für das Verlags- und Zeitungswesen, die Medien und Software produzierende Wirtschaft nach sich.
Das SFEM 2007 wurde mit einem Vortrag von Frau Bundesrätin Doris Leuthard eröffnet und mit einer Rede von Frau Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz geschlossen. Interessante Keynotes hielten u.a. Frau Prof. Dr. Andrea Back von der Uni SG zum Thema "Open Educational Ressources in der Web 2.0-Bewegung: Facetten der Freiheit, zu Lehr-/Lernmaterialien beizutragen und diese zu nutzen" sowie SF-Direktorin Ingrid Deltenre zu "Open Access und Bildungsauftrag - Herausforderung und Chance für das Schweizer Fernsehen". Während diesen zwei Tagen trafen sich Akteure und Entscheidungsträger aus den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Verwaltung, Verbänden und Politik in diversen Workshops zu Expertengesprächen. Ich selber nahm am Workshop "Orientierung bieten in Lern-Portfolios - Kompetenzraster als GPS fürs Lernen" teil, der von Yvonne Vignoli und Andy Hediger moderiert wurde. Nachstehend die Resultate aus unserem Workshop:

gps_fuers_lernen
Quelle: lernenzwei.ch

Fazit zum SFEM 2007:
Das diesjährige SFEM-Thema Open Access - Gratiskultur im Wissens- und Bildungsbereich? ist m.E. zu wenig zum Tragen gekommen. Dies obwohl Open Access im Titel zahlreicher Workshops vorkam. Mit Ausnahme von Frau Prof. Dr. Andrea Back hatten auch die meisten Keynote-Speaker eher Mühe, das Thema "Open Access" vertieft darzustellen. Schade, denn in der Dokumentenmappe finden sich wertvolle Hinweise wie beispielsweise jener über die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen. Wenig ergiebig waren zudem die jeweiligen Synthesen und Diskussionen aus den Workshops im Plenum. Mir nicht verständlich ist, warum keinerlei Medien wie beispielsweise ein Wiki, ein Blog, Twitter, Live-Übertragungen u.ä. während dem Swiss Forum for Educational Media (SFEM) eingesetzt wurden. So könnten die Resultate aus den Keynotes und Workshops ohne Verzögerung den Teilnehmenden noch während der Tagung verfügbar gemacht werden. Ein Tagungsband mit den wichtigsten Ergebnissen zum SFEM 2007, der erst ein Jahr später Buch erscheint, ist sicherlich eine schöne Erinnerung. Jedoch dient diese Form der Wissensvermittlung heutigen Erfordernissen nach einer möglichst raschen Verbreitung der Informationen sicherlich nicht mehr. Ausserdem vermisste ich als Wissensarbeiter schmerzlichst Open Access zum Internet; lediglich die Aula war mit einem schwachen WLAN ausgestattet. Auch müssten m.E. neue Formen für den Austausch unter Experten gefunden werden, die das Forum etwas intensiver gestalten würden. Ein Musterbeispiel in dieser Hinsicht war die Microlearning conference 2007 in Innsbruck, welche mit Café Sessions, Classroom Without Walls, Speedgeeking, Agora und dgl. neue Wege des Wissenstranfers unter ExpertInnen beschritt.


Informationen zu Open Access und Open Educational Resources:
Open Access steht für den unbeschränkten und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Informationen im Internet. Es geht im Wesentlichen um die Schaffung optimaler Strukturen des Wissensaustausches in der Informationsgesellschaft und um die Erkenntnis, dass „Wissen“ umso schneller wächst, je mehr es ausgetauscht wird. Wissen ist unbestreitbar die wichtigste Ressource der Zukunft und in einer globalisierten Welt unerlässliche Grundlage für Wirtschaft und Gesellschaft.

Open Educational Resources ist der Spezialbegriff für Open Access in den Bildungsmedien. Von ganz besonderer Bedeutung ist das von der EU-Kommission finanzierte OLCOS-Programm. OLCOS steht für Open e-Learning Content Observatory Services. Die jüngste, äusserst wichtige Publikation vom Januar 2007 trägt den Titel: Open Educational Practices and Resources. OLCOS Roadmap 2012. Download (rund 150 Seiten): http://www.olcos.org/cms/upload/docs/olcos_roadmap.pdf
Hierin wird ausgeführt, dass es noch keine autorisierte Definition von Open Educational Resources gebe. Unter Expertinnen und Experten werde darunter jedoch verstanden, dass der Content nicht nur kostenfrei verfügbar sei, sondern auch zur Wiederverwendung zur Verfügung stehe, geändert und angereichert werden dürfe, ja solle, da nur so die Bildungsmedien aus Theorie und Praxis und für die Praxis ständig verbessert werden könnten.

Quelle: PI_OpenAccess

Computermaus mit dem Anerkennungspreis ausgezeichnet!

Wie bereits gestern mitgeteilt, fand im Anschluss an die SFIB-Tagung die Preisverleihung der 15 für den Förder- und Anerkennungspreise nominiert «good pr@ctice»-Projekte statt. Zu den Preisträgern gehören folgende Projekte:

Förderpreis (Preisgeld CHF 8000.-)
Es freut mich natürlich ganz besonders, dass auch unsere St.Galler KollegInnen einen Förderpreis erhalten haben - herzliche Gratulation dem Autor/innen-Team von Beatrice und Thomas!

Anerkennungspreis (Preisgeld CHF 1'000.-)
  • AG: Bio-Foto Quiz (Hans Egg)
  • AG: Schloss Lenzburg (Fabio Rudolf)
  • BE: Geomaus - Geometrisch Experimentieren und Konstruieren im Netz (G. Bischof)
  • BE: ipodium.ch (Stefan Blum)
  • GE: Freies Wasser! Eau libre! (Monica Biondo)
  • LU: Wissenschaftspropädeutische Arbeit (Thérèse Corthay, Irene Felchlin)
  • NE: HanTICap - Elèves en situation de grands handicaps (Elvio Fisler)
  • SG: Computermaus (Rolf Deubelbeiss)
  • ZH: Fremdsprachen sind nicht fremd! (Sara Alloatti Boller)
  • ZH: Unterwegs zum KITS-Pass (Andi Hess, Ute Kaffarnik, Markus Helbling)

Natürlich sind wir stolz, den Anerkennungspreis für unser Projekt Computermaus - ICT-Abzeichen zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen erhalten zu haben! Entwickelt wurden die Computermäuse (ICT-Abzeichen) nämlich von Studierenden an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen, Studiengang Kindergarten und Primarstufe. In den nächsten Wochen werden dann auch die weiteren vier Computermäuse auf die Plattform hochgeladen.

Erwähnenswert sind jedoch alle 60 Good Pr@ctice - 60 E-Learning Produkte für Schweizer Schulen, welche im Rahmen von PPP-SiN von Lehrkräften, Hochschuldozierenden und Studierenden für verschiedenste Fächer auf allen Schulstufen entwickelt wurden!

Preisverleihung good pra@ctice

Morgen Mittwoch, 25.9.2007 veranstaltet die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB) die Fachtagung "ICT und Bildung" in Bern. Die 9. SFIB-Tagung steht ganz im Zeichen der Thematik «Lehr- und Lerninhalte für den Unterricht». Dabei wird u.a. das Pilotprojekt «Digitale Schulbibliothek», welches in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bildungsserver umgesetzt wird, vorgestellt. Zudem findet die Preisverleihung der «good pr@ctice»-Projekte statt.

SFIB-Tagung
Quelle: http://fachtagung.sfib.ch

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SESAM - Server für schulische Arbeit mit Medien

Andy Schär stellt mit seinen KollegInnen aus Baden-Württemberg an der heutigen Tagung der AG skhp elearning in Arth Goldau die Plattform SESAM - Server für schulische Arbeit mit Medien vor. Ziel von SESAM ist die Online-Distribution von Medien für den Bildungsbereich. Dabei bietet SESAM eine Fülle von thematisch zusammengestellten Inhalten, die auf den Bildungsstandards von Baden-Württemberg basieren und die von allen Lehrerinnen und Lehrern in Baden-Württemberg kostenlos (nach erfolgter Registrierung) abgerufen werden können.


SESAM

Quelle: http://sesam.lmz-bw.de


Fazit
  • SESAM ist eine konservative "Materialplattform"; noch keine eLearning-Plattform!
  • SESAM ist als Ergänzung zu den Angeboten des Schulfernsehens zu sehen (z.B. SF Wissen mySchool)!
  • SESAM soll keine Konkurrenz zu educanet2 sein!
  • Lehrpersonen müssen zu SESAM geschult werden; ansonsten nutzen sie die Materialplattform nicht!

  • Grundsätzlich frage ich mich, ob solche Materialserver wie SESAM überhaupt Zukunft haben?! Das Web 2.0 mit seinen Community-Plattformen wie Flickr, Youtube, TeacherTube, etc. bieten häufig einen einfacheren Zugang zu "echten" und "unbegrenzten" Lernressourcen; die zugegebenermassen aber nicht didaktisch aufbereitet sind. Hierfür stehen seit Jahren Angebote wie das Schulfernsehen (heute SF Wissen mySchool) zur Verfügung, die aber nur spärlich von den Lehrkräften genutzt werden.

Lektion Digitale Bildformate von Beat Doebeli auf SwissEduc verfügbar

Auf dem Schweizerischen Unterrichtsmaterialserver SwissEduc ist seit kurzem das Material zur Prüfungslektion "Digitale Bildformate" in Informatikdidaktik aus dem Jahr 2004 von Beat Doebeli verfügbar:

Digitale Bildformate

Quelle: http://www.swisseduc.ch/informatik/material/grafikformate/

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Historische Bild- und Tondokumente der SRG SSR idée suisse

Aus Anlass ihres 75. Geburtstages hat die SRG SSR idée suisse den Schulen ein besonderes Geschenk gemacht: Das Medienunternehmen stellt historische Bild- und Tondokumente für den Unterricht zur Verfügung - mit didaktischem Leitfaden für Lehrpersonen.

SRG SSR Timeline

Quelle: http://www.ideesuisse.ch/

Lernplattform "Lilibu.ch" zum Leselehrwerks "Das Buchstabenschloss"

Buchstabenschloss 1

 

Die Lernplattform "Lilibu.ch" beinhaltet Kernaufgaben des Leselehrwerks "Das Buchstabenschloss". Die Aufgaben decken die Bereiche "Buchstabenschlüssel", "Sehen", "Hören", "Lesen", "Schreiben" ab. Die Plattform entstand im Rahmen des "Good Practice".

Buchstabenschloss 2 Buchstabenschloss 3

 

Quelle: http://lilibu.ch/bst/index.php

Instrumente raten

Mit Instrumente raten kommt ein letzter Tipp für die Unterrichtspraxis aus dem aktuellen BIAS-Newsletter 60, Ausgabe 2/2007:

Instrumente raten 


Könnt Ihr alle Instrumente an ihrem Klang erkennen? Probiert es doch einfach mal aus. Mit unserem Spiel «Instrume nte Raten» könnt Ihr das tun: Erst hört Ihr ein Instrument aus unserem Orchester, und dann müsst Ihr das dazu passende Symbol finden.
http://www.junge-klassik.de/inhalt.php?nr=68

 

Bio-Foto-Quiz

Da Bio-Foto-Quiz ist eine sehr empfehlenswerte Seite für den Unterricht im Fach Mensch und Umwelt (Biologie). Also, unbedingt reinschauen und lernen!

 

Bio-Quiz

 

Das Bio-Foto-Quiz: Training bietet weitere Informationen zu Wikipedia-Seiten.

Bio-Quiz 2

Das Bio-Foto-Quiz bietet diverse Quiz-Möglichkeiten (Vier Bilder Quiz, Memory mit 18 Bildern, etc.).

Bio-Quiz 3

Das Bio-Foto-Quiz, kurz BFQ, ist eine viersprachige Online-Plattform zur Förderung der Artenkenntnisse von Pflanzen und Tieren. BFQ entstand im Rahmen von «Good Practice». Es sind bereits über 2300 Bilder von Vögeln und Samenpflanzen online (600 Lernbilder und 1700 alternative Zufallsbilder für die Quizzes). Projektteam: Hans Egg, Projektleiter; Programmierung Florence Rüegger, Botanik; Beat Rüegger, Ornithologie
http://www.bfq.ch/biofotoquiz/

 

Quelle: Bias-Newsletter 60, Ausgabe 2/2007.

Frei verwendbare Landkarten für Arbeitsblätter

Auf maps.mygeo lassen sich unzählige einfache Landkarten kostenlos herunterladen.

mapy.mygeo 1

 

mapy.mygeo 2

Hier finden Sie Landkarten des World Factbook. Die Karten sind nach Kontinent, Land und dem Jahr der Veröffentlichung geordnet. Das World Factbook ist eine Publikation der CIA. Die darin enthaltenen Landkarten s ind «Public Domain» und können jederzeit, von jedermann und ohne Einschränkungen verwendet werden.
http://maps.mygeo.info/index_de.html

 

Quelle: BIAS-Newsletter 60, Ausgabe 2/2007.

 

 

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