[book] «Stadt als Bühne. Szenische Eingriffe in einen Stadtkörper»

Ein aufsehenerregendes Projekt in der Stadt Rorschach hat ein überaus lesenswertes und sehr besonderes Buch «Stadt als Bühne. Szenische Eingriffe in einen Stadtkörper» hervorgebracht!

Am Projekt (2005-2010) und gleichnamigen Buch Stadt als Bühne» waren jeweils immer sehr viele Menschen beteiligt und involviert. Besonders erwähnenswert sind jedoch die beiden Lehrbeauftragten, Herausgeber und Promotoren Mark Riklin, künstlerischer Leiter, und Selina Ingold, Produktionsleiterin, sowie die Studierenden der FHS St.Gallen (Fachbereich Soziale Arbeit) und jeweils viele interessierte Einwohner oder Besucherinnen der Stadt Rorschach. Nicht zu vergessen aber auch die journalistische Begleitung, Mentoren, Inspiratoren, Adhoc Einwohnerrat, Stadtrat, Wirte, reale Stadtfiguren, Laufsteg-Trainerin, Illustratorin, Grafikerin, Requisiten, Gegenspieler, Cellokurier, Lyrik-Butler, Butler-Experte, Butler Agentur Passione, Perlentaucher, Hebebühnen-Fahrer, Sofa-Gäste, Komplizen, Zaungäste, Set-Fotografen, Radio-Reporter, Radio-Ausbildnerin, Podcast-Journalistin, Video-Jockey, video-artwork - eben so wie im echten Theater (ein vollständiger Beteiligtenplan mit Namen findet sich im Buch).

Für mich ist Stadt als Bühne» ein Lehrstück besonders gelungener Hochschuldidaktik. So sollte heute Bildung vermittelt werden: nachhaltig, praxisnah, ernsthaft und lustvoll. Als "Alt-Rorschacher" durfte ich zudem beobachten, wie die Stadt Rorschach und ihre Bewohner/innen ihr (benahe) verloren gegangenes Selbstbewusstswein wieder entdeckt haben.

stadt-als-buehne
Bild: http://stadt-als-buehne.ch, 29.7.2010.


Wenn in Rorschach Studierende mit Chromstahlstühlen unterwegs sind, um auf dem Marktplatz oder auf der Hafenmole einen Vorlesungssaal zu installieren, ist offenkundig: «Stadt als Bühne» schreibt ein neues Kapitel. Schatzsucher eilen über die Hafenmauer, Ortsschilder werden umbenannt, der Bürgersteig beschriftet, die stillen Örtchen der Stadt zu philosophischen Lesestuben umfunktioniert oder Stellen ausgeschrieben und Vorschläge gemacht, die so niemand bestellt hat. Und all dies aus ernsthaften Gründen. «Stadt als Bühne» spielt mit Tonfall und Stilmitteln des heiteren Ernstes. Unter der Regie von Mark Riklin und Selina Ingold, Lehrbeauftragte an der FHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, eröffnet «Stadt als Bühne» am Beispiel der Stadt Rorschach einen sinnlichen Zugang zu einer innovativen Stadtentwicklung, welche die Bevölkerung als Expertin in eigener Sache ernst nimmt. Gleichzeitig werden neue Wege in der Hochschuldidaktik aufgezeigt und eine «Aufsuchende Öffentlichkeitsarbeit» begründet. Ein poetischer Zugriff auf Stadt, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit.
Schwan-Verlag
ISBN 978-3-9522628-4-9

[video] Text 2.0 - die Zukunft des Lesens?

Im aktuellen Newsletter des Learning Centers IWI - HSG der Universität St.Gallen bin ich erneut auf das Video Text 2.0 gestoßen. Im Video zeigen die Entwickler vom Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern Teile des Anwendungsspektrums von Text 2.0. Die Software soll dank Sensoren zum Erkennen der genauen Blickrichtung des Anwenders das Lesen von elektronischen Anzeigen auf die nächste Evolutionsstufe heben. So kann etwa ein Bild exakt zur jeweiligen Lesestelle passend eingeblendet werden oder auch auf ein Sprachkommando hin das gerade betrachtete Wort übersetzt werden.


Weitere interessante Informationen zu Text 2.0 - wie blickaktiver Text Lesen verändern kann - finden sich auf der Website unter http://text20.net/.

Martin Hofmann

(no title)