[referat] DokoDare am Sozialinformatik-Event

Gestern Donnerstagabend fand von 17:00 bis 20:15 bei schönstem Frühlingswetter der Sozialinformatik-Event der FHS St.Gallen am IFSA in Rorschach statt.

Was einst vor 10 Jahren im privaten Rahmen mit ein paar wenigen Personen begann, entwickelte sich zu einem ansehnlichen Anlass mit rund 50 Teilnehmenden aus dem Sozial- und Bildungsbereich. Vorgestellt wurden von diversen Referenten, die grösstenteils den Master of Advanced Studies (MAS) in Social Informatics absolviert haben, Inspirationen, Lösungen und Tools für die Sozialinformatik. Wie bei meiner Vorankündigung zum Sozialinformatik-Event bereits erwähnt, durfte ich den mobilen ortsbezogenen Service DokoDare der schweizer Firma Kaywa AG vorstellen.

#sievent 2010
Foto von Reto Eugster

Da ich mich entschieden hatte, keine Powerpoint-Folien zu zeigen, versuchte ich meine Präsentation mit Hilfe von mitgebrachten Plakaten und der Webversion von DokoDare zu erläutern. Obwohl die meisten Teilnehmenden sicherlich zu den medienaffineren Personen unserer Gesellschaft gehören, schafften es doch nur ein paar wenige Teilnehmende während meiner Vorstellung sich via SMS eine DokoDare-ID zu erstellen. Auch die an Medien interessierten Digital Immigrants scheinen anscheinend noch nicht vollständig in unserer mobilen digitalisierten Welt angekommen zu sein. Aber, vielleicht lag es ja auch an meiner Präsentation ;-)

[video] A Vision of 21st Century Teachers


Die längst fällige Reaktion seitens der Lehrerinnen und Lehrern auf A Vision of Students Today und A Vision of K-12 Students Today

Handyhaikus von Oliver Bendel

Oliver Bendel, Autor von Handyromanen wie Lucy Luder & Professor für Wirtschaftsinformatik, sorgt erneut für Aufmerksamheit!
Heute Mittwochabend sendet das Schweizer Fernsehen «kulturplatz»-Sendung vom 14.04.2010 den Beitrag "Epik in der Hosentasche – der Handyroman empfiehlt sich als neues literarisches Genre".
Zudem hat Oliver Bendel in diesen Tagen sein neues Buch "handyhaiku" im Hamburger Haiku Verlag (www.haiku.de) herausgebracht.



Ein Haiku (jap. 俳句 ‚lustiger Vers'; Plural: Haiku oder Haikus) ist eine japanische Gedichtform. Traditionell besteht das Haiku aus drei Gruppen von jeweils 5, 7, 5 Silben.
handyhaiku
Handyhaikus sind Haikus über das Handy, für das Handy, von Handy zu Handy. Sie können auf dem Handy gespeichert und gelesen werden. Oliver Bendels Handyhaikus erzählen von unserer technifizierten Zeit, fangen unsere mobile Welt ein, lassen künstliche Kreaturen und Maschinenmenschen auftauchen, spiegeln die Handyroman-Figur Handygirl, Handyavatar und Superheldin zugleich. Sie knüpfen an eine Tradition an und erfinden ihre eigene.

handyhaikus von Oliver Bendel unter www.handyhaiku.net

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Bendels Haikuband mit "100 haikus über das handy und für das handy" ist von besonderen Art. Die Gedichte sind nicht nur in Textform abgedruckt, sondern auch in Form von QR-Codes. Diese gehören zu den 2D-Codes und können mit einem Handy mit Kamera eingescannt werden. Die Software – den QR-Code-Reader – gibt es kostenlos im Web (etwa bei www.kaywa.com) oder für geringe Beträge in speziellen mobilen Shops wie dem App Store. Nach dem Scannen eines der Codes erscheint auf dem Display der entsprechende Text. Mehrere Texte werden in einer Liste angeordnet. Sie können Ihre Lieblingshaikus mit sich herumtragen und per SMS an Bekannte verschicken.

Haiku-QR-Code-Gedichte zum Scannen
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Über die Plattform Artmafia - Handy ist Kultur lassen sich Bendels handyhaikus sowohl als Handybilder als auch als gesprochene handyhaikus auf das Handy holen. Sende dazu eine SMS (CHF 3.--) mit dem dazu gehörenden Keyword (z.B. art5580) an die Nummer 9889, ohne Abo!)

Fazit:
Wie weit sich handyhaikus und im Besonderen haikus mit 2D- oder 3D-Barcodes als Literatur etablieren bzw. früher oder später eine Rolle im Unterricht spielen werden, lässt sich natürlich nur erahnen. Schulen, welche den Schritt mit Handys als persönliches Lernmedium bereits gewagt haben, können hier eine spannende neue Form der literarischen Kommunikation erproben - viel Spass!

Mit der Verwendung von 2D-Codes in der Literatur wage ich einen weiteren Schritt. Nach meiner Überzeugung werden in der Zukunft insbesondere die 3D-Codes das Publikationswesen bereichern und – Papier als Speichermedium im mehrfachen Sinne – hybride Formen aufkommen lassen. Ein Beispiel dafür sind Lehrbücher, die nach jedem Kapitel den Download von Tests und Videos auf das Handy erlauben. Der Benutzer muss nicht online sein, weil die Daten im Code selbst enthalten sind – ein Vorteil angesichts zunehmender Spam- und Überwachungsversuche. 3D-Codes speichern je nach Ansatz bzw. Anzahl der Farben Texte, Töne, Bilder und Videos mit einer Größe von 1 MB bis 1 GB. Dadurch werden nicht zuletzt neue Möglichkeiten für literarische Erzählformen eröffnet.

aus dem Mailverkehr mit Oliver Bendel vom 13.04.2010


Nachtrag:
Beim Versuch den QR-Code auf der Buchrückseite von handyhaiku zu scannen, erhalte ich folgende Zeilen des Froschgedicht von Bashô; die Erläuterung folgt im Buch handihaiku):
furu ike ya / kawazu tobi komu / mizu no oto
der alte weiher / ein frosch springt hinein / der klang des wassers

Blockwoche Pädagogischer Support

Eine ereignisreiche und anstrengende Blockwoche "Pädagogischer Support" im Zertifikatslehrgang Informatikverantwortliche an der Volksschule ist heute auch für mich und Beatrice Straub als Studienleiter zu Ende gegangen.

Hier vorerst mal mein Impulsreferat zu "Die Digital Natives - Wie sie leben. Was sie denken. Wie sie lernen":



Neben der Auseinandersetzung mit den Problem- und Handlungsfeldern zum pädagogischen ICT-Supports hatten die Kursteilnehmenden während der Woche die Möglichkeit, in diversen Workshops (Interactive classroom, Comics, Trickfilme und Filmschnitt, Wikis in der Schule, ICT-Lehrmittel, Lehreroffice für Administratoren, Podcasting, Google for Educators, Screencasts, Legoroboter mit Mindstorms, Virtuelle Welten, Digitale Spielwelten, Mobile Learning, Microblogging: Twitter, Buzz und Facebook) zahlreiche neue Impulse für den eigenen Unterricht zu sammeln. Abwechslung brachten zudem die Lesepause und ein Lernapéro ("Ich zeige mein Knowhow"). Ausserdem fand am Donnerstagnachmittag ein Talk mit Patrick Kolp statt, der den ZuhörerInnen einen konkreten Einblick in die Handlungsfelder und den Alltag einer pädagogischen ICT-Beratungsperson erlaubte. Ein absoluter Höhepunkt war für mich und bestimmt für viele Kursteilnehmer/innen der heutige Impuls von Theo Byland (Didaktiker und Educoach) und Heidi Paulsen (Psychologin) zum Thema "Beratung und Coaching". Die beiden ExpertInnen verstanden es mit lebendigen Impulsreferaten und authentischen Beratungssituation die anwesenden Informatikverantwortlichen für die Thematik zu begeistern und zu sensibilisieren. In einem Atelier hatten die Informatikverantwortlichen dann in Gruppen die Gelegenheit, sich in diversen Beratungssituation im Rollenspiel zu üben. Nachfolgend ein Beispiel, das die Komplexität von solchen Beratungssituationen aufzeigt:

Einzelberatung „konkretes Problem“: Schülerprofile im Netz
Es ist Donnerstag Abend 17 Uhr, Ende August. Der lange Schultag ist auch für Sie endlich zu Ende. Auf dem Parkplatz sehen Sie P neben dem Auto auf Sie warten. Er hat noch rasch einen Ärger zu vermel-den und eine Frage: „Weisst du, ich habe meine 6. Klasse auch auf Educanet2 geladen, wie der Schul-leiter es ja empfohlen hat. Als Erstes habe ich allen den Auftrag gegeben, sie sollen ihr Profil etwas aufpeppen“ – er zieht ein Blatt aus seiner Mappe und zeigt Ihnen den sr. Auftrag dazu:
Lade ein Foto von dir zu deinem Profil hoch (Bereich "Privat" - Menu "Profil" -> "Foto einbinden")
Fülle dein Profil bitte mit folgenden Angaben:
• Name deiner Lieblingsmusikgruppe
• Schönste Schulreise-Erfahrung
• Zwei deiner Hobbies
Setze bei "Mein Profil soll für andere Benutzer sichtbar sein" ein Häkchen!
„Ein Schüler hat das aber nicht gemacht, weil sein Vater ihm das verboten hat. Heute kommt er mit einem Brief in die Schule, darin steht unter anderem:
Ich bin grundsätzlich dagegen, dass mein Sohn sein persönliches Profil ins Internet stellt – auch dann, wenn versi-chert wird, dass die Plattform sicher sei. Ich traue dem Internet nicht und verbiete meinem Sohn, diese Aufgabe zu erledigen.
– Sag, was soll ich jetzt tun?“