Fair kopieren - Urheberrecht in der Schule achten

Illegales Kopieren fügt Lehrmittelverlagen jährlich einen geschätzten Schaden von über 50 Mio. Franken zu. Geld, das für die Produktion hochwertiger Unterrichtsmaterialien fehlt. Die Schweizer Lehrmittelverlage und der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV haben deshalb gemeinsam die Aktion «Fair kopieren! Urheberrecht achten» gestartet. Mit dieser Kampagne sollen primär Lehrpersonen mit Informationen rund um das Vervielfältigen von Lehrmitteln bedient werden, damit sie das Copyright beim Kopieren besser beachten. Nachstehend die wichtigsten Verhaltensregeln:

Das Urheberrecht gilt auch für Lehrmittel. Lehrpersonen sind allerdings privilegiert und dürfen für den Unterricht in der Klasse Ausschnitte aus veröffentlichten Werken kopieren.

Fragmente: Nur Ausschnitte kopieren.
Kopieren oder digitalisieren Sie nur Ausschnitte von Lehrmitteln, nicht aber ganze Kapitel oder mehr. Geben Sie immer die Quelle an (Autor, Titel, Verlag).

Alleinnutzung: Zusammenkopierte Lehrmittel nie weitergeben.
Lehrmittel, die Sie aus kopierten Inhalten neu zusammenstellen, dürfen nur Sie persönlich verwenden. Das Weitergeben an andere Lehrpersonen ist nicht erlaubt.

Intranet: Vervielfältigen nur für internen Gebrauch.
Einzelne digitalisierte Ausschnitte aus Lehrmitteln dürfen Sie im Intranet Ihrer Schule anderen Lehrpersonen zugänglich machen, niemals aber ins Internet stellen.

Rücksprache: In Urheberrechtsfragen den Verlag konsultieren.
Verlage können Genehmigungen zur Vervielfältigung erteilen und eine Nutzungsabgeltung berechnen. Fragen Sie dort nach, wenn Sie nicht sicher sind.

Unerlaubtes Vervielfältigen ist strafbar, schädigt Verlage und Autoren und gefährdet damit Qualität und Aktualität Ihrer Lehrmittel. Achten Sie das Urheberrecht – kopieren Sie fair. Weitere Informationen finden Sie unter www.fair-kopieren.ch

Weitere Fragen und Antworten rund um das Urheberrecht im Bildungsbereich ist in der Broschüre «Alles, was Recht ist» zu finden, die auf der Homepage von Pro Litteris unter "Informationsmaterial" bestellt werden kann. Diese Organisation führt auch die Aktion «respect copyright» durch, welche sich an Jugendliche richtet und die Urheberrechte in Film und Musik thematisiert. Weitere wertvolle Informationen für Lehrpersonen zum Urheberrecht im Bildungsbereich finden sich auch als Thematisches Dossier auf dem Schweizer Bildungsserver educa.ch.

Kritische Anmerkung
Keine Frage, dass ich die oben genannten Kampagnen rund um das Urheberrecht in der Schule unterstützte. Ausser Frage steht zudem, dass in Zukunft auch im Internet Modelle für die Entschädigung der Urheber gefunden werden müssen, die eine zeitgemässe Nutzung der Inhalte ermöglichen. Ich zweifle jedoch daran, dass mit solchen Aktionen sich auch das Urheberrecht in die digitale Welt retten lässt! Hier müssen Alternativen zum Copyright sowie Alternativen zur Verwertung der Inhalte gefunden werden!

Start des Zertifikatslehrgang Informatikverantwortliche

Heute startete an der Pädagogischen Hochschule des Kantons St.Gallen (PHSG, Schweiz) der Zertifikatslehrgang Informatikverantwortliche an der Volksschule. Unser Gastreferent Dr. Vincent Tscherter, Co-Autor des educaguide Infrastruktur. Beschaffung und Betrieb von ICT-Infrastruktur an allgemeinbildenden Schulen, lieferte einen spannenden Impuls zur Thematik "Einbinden von privaten Geräten in die IT-Schulinfrastruktur".
Korrigenda: Auf der Folie 4 sollte es natürlich richtig heissen: 86% der 12-13 Jährigen in Deutschland besitzen ein Phone (Mobiltelefon, nicht iPhone)

Anschliessend fand neben den üblichen allgemeinen Informationen zum Lehrgang die Vorstellungsrunde unter den Teilnehmenden ("Aus dem Alltag einer für Informatik verantwortlichen Person") mit Hilfe der Methode "Speedgeeking" statt. Das Speedgeeking bietet sich als partizipative Alternative zum frontalen Informationsaustausch in plenarer Form insbesondere für das Wissensmanagement an. Selber hatte ich das Speedgeeking an der Microlearning Konferenz in Innsbruck vor 2 Jahren kennen gelernt. Folgender Video-Link gibt einen kurzen Einblick in die Methode.
In vielen kleinen Gruppen von 3 - 6 Personen werden parallel mehrere Minivorträge von 4 Minuten + 1 Minute für Diskussion abgehalten. Nach jedem Vortrag rotieren dann alle ZuhörerInnen zum nächsten Referenten. Nach drei Durchgängen Speedgeeking à 30 Minuten (in unserem Fall 6 Runden à 5 Minuten), verteilt über den ganzen Tag, erfuhren die Teilnehmenden in komprimierter Form enorm viel über alle anderen Kursteilnehmenden. In den anschliessenden Pausen konnten die begonnen Gespräche vertieft werden. Diese Methode auch mal an einer Weiterbildung für die sonst so öden Vorstellungsrunden zu verwenden, war wirklich eine gute Erfahrung.

Der Zertifikatslehrgang Informatikverantwortliche an der Volksschule - eine Kooperation mit dem St.Galler Bildungsdepartement, Amt für Volksschule - richtet sich vorwiegend an Lehrpersonen, die in ihrer Schulgemeinde bereits die Aufgabe als Informatikverantwortliche Person innehaben bzw. künftig diese Aufgabe übernehmen werden. Im Rahmen der Weiterbildung erwerben die Teilnehmenden Kenntnisse und einen umfassenden Überblick zum technischen und pädagogischen Informatiksupport in einer Schulgemeinde. Dabei werden in folgenden Bereichen die Kompetenzen erweitert:
  • Informatikkonzept
  • Pädagogischer Support
  • Anschaffung, Verwaltung
  • Betrieb, Wartung, Installation
  • Support, Information
  • Sicherheit
  • Medienrecht und Ethik

Referat von Remo H. Largo zu "Vielfalt und Individualität als schulische Herausforderung"

Heute Nachmitag war der bekannte Kinderarzt und Entwicklungsspezialist Remo H. Largo bei uns an der Pädagogischen Hochschule in Rorschach als Referent zu Gast. Da ich bereits während meinem Sommerurlaub in Griechenland mit grossem Interesse sein neuestes Buch "Schülerjahre. Wie Kinder besser lernen" gelesen und auch Auszugseise einige Passagen über Twitter (#largo09; #largo) kommentiert hatte, war ich natürlich besonders gespannt Herrn Largo einmal live zu erleben. Meine hohen Erwartungen an den Referenten wurden dabei vollends erfüllt. Seine engagiertes Plädoyer für eine kindgerechte Schule, in der endlich wieder das Kind selbst im Mittelpunkt steht, war auch in seinem Referat zum Thema "Vielfalt und Individualität als schulische Herausforderung" deutlich spürbar.

Nachstehend auszugsweise einige seiner Kernaussagen:

Largo1

Die Schule ist eines der grössten Experimente der Menschheitsgeschichte. Millionen von Kindern gehen während tausenden von Stunden in die Schule. Wenn die Kinder die Schule verlassen, sind sie verschiedener denn je.

Largo2

Die Vielfalt unter den Kindern ist für jedes Entwicklungsmerkmal so gross, dass Normvorstellungen in Familie und Schule den Kindern nicht gerecht werden können.

Respekt vor der Einzigartigkeit des Kindes
Das Kind kam nicht auf die Welt, um die Erwartungen der Eltern zu erfüllen.
Das Kind gehört nur sich selbst.
Das Kind soll das Wesen werden, das in ihm angelegt ist.
Dies zu ermöglichen ist die Aufgabe von Eltern und Schule.


Hier kann das Referat als PDF heruntergeladen werden.